WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - Eine ungewöhnliche Kunstausstellung wurde gestern Vormittag im Verlauf des Gottesdienstes in der Wildeshauser Alexanderkirche eröffnet. Bis zum 30. Oktober sind großformatige Bilder im Kirchenschiff aufgehängt, die den Betrachter zum Nachdenken über „Gut und Böse“ anregen und vielleicht auch Widerspruch bei dem einen oder anderen hervorrufen werden.

Die Bilder auf jeweils 4,50 mal drei Meter großen Satinlaken wurden von Projektgruppen des Kirchenkreises Oldenburg-Land in Ganderkesee, Großenkneten und Wildeshausen ursprünglich als Beitrag zum diesjährigen evangelischen Kirchentag in Hannover gestaltet. Als Vorlage diente der Zyklus „Die zehn Gebote“ des amerikanischen Graffiti-Künstlers Keith Haring aus dem Jahr 1985. Sechs der zehn Bilder hängen jetzt in der Alexanderkirche.

„Passt das überhaupt in unsere Kirche“, fragte gestern Pastorin Dörte Hartung die Besucher des Gottesdienstes. Wohl wissend, dass die farbenfrohen, aber provozierenden Bilder nicht gerade ein Glaubenszeugnis darstellen, „sondern eher das Gegenteil“, wie sie im Gespräch mit der NWZ sagte.

Keith Harings Bilderzyklus, im englischen Original „The ten commandments“ soll ganz bewusst zur intensiven Auseinandersetzung mit den zehn Geboten anregen. Denn schon immer wurden die zehn Gebote, die heute vielen Menschen gar nicht mehr so geläufig sind, sehr unterschiedlich gedeutet.

Die Ausstellung in der Wildeshauser Alexanderkirche ist bis zum Sonntag, 30. Oktober, täglich (außer dienstags) von 9 bis 18 Uhr zu sehen.