WILDESHAUSEN - Das Hallo war groß, als auch die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dötlingen, 65 an der Zahl, nach der Anreise mit dem Bus die Alexanderkirche in Wildeshausen am Freitagabend betraten. So wie sie wurden alle Neuankömmlinge gefeiert, denn man kennt sich. „Alex 18.30 – der junge Gottesdienst“ einte an diesem Abend rund 250 Jugendliche.

Unter der Überschrift „9/11“ ging es in dem Gottesdienst um die Terroranschläge vom 11. September 2001. 15 Mädchen und Jungen der Evangelischen Jugend hatten sich im Vorfeld mit der Thematik beschäftigt und daraus die Predigt erarbeitet, die Gleichaltrige, Freunde und Mitschüler und Mitschülerinnen gleichermaßen ansprechen sollte.

Die Ereignisse von vor zehn Jahren wurden schon beim Betreten der Kirche allgegenwärtig. Mit Beamern wurden die Schreckensszenen gezeigt. Jeder, der die Kirche betrat, musste durch diesen Schlauch aus Szenen und Geräuschen hindurchgehen.

Wie gewohnt, eröffnete die Alex-Haus-Band unter der Leitung von Diakon Johannes Kretzschmar-Strömer mit dem Jugendchor unter der Leitung von Kantor Ralf Grössler den Abend musikalisch. Das Vorbereitungsteam erinnerte anschließend an den Terrorangriff, ließ in Ansprachen die Fassungslosigkeit und die Ohnmacht an dem Tag, als der Welt der Atem stockte, noch einmal Revue passieren.

Aufgegriffen wurden in verschiedenen Episoden auch Themen wie Toleranz, Akzeptanz, Respekt und Gewalt verneinen, verbunden mit der Hoffnung, nie wieder einer derartigen Konfrontation aus Gewalt, Hass und Fanatismus ausgesetzt zu sein.

Für viele war es der erste Besuch des Gottesdienstes „Alex 18.30“. So wie für den 13-jährigen Jonas Müller aus Neerstedt, der zum ersten Mal zum Jugendgottesdienst kam. Er hatte von seiner Schwester und in der Schule von dem Gottesdienst gehört und fand ihn „cool“.

Kristin Bothe (13) wohnt jetzt in Wildeshausen und findet den Jugendgottesdienst ebenfalls gut. Allerdings meint die ehemalige Dötlingerin, dass die Dötlinger Kirche gemütlicher sei.

Im Bistro, ebenfalls in der Alexanderkirche, konnte im Anschluss an den Gottesdienst das Gemeinschaftserlebnis vertieft werden.

Allesamt nahmen neben der Aufarbeitung des Terroranschlages die Stimmung, die Gemeinsamkeit und die Musik mit den Lichteffekten mit nach Hause.