WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/FJ - Flackernde Teelichter tauchen die Verkaufshalle des Autohauses Denker an der Harpstedter Straße in ein schummeriges Licht und schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Auf den Tischen stehen Krüge, die mit Guiness und Kilkenny gefüllt sind, an einer Wand hängt die irische Flagge. Auf einer Bühne am Kopfende stehen Peter Warrelmann, Michael Jaeschke, Petra Klein und Burkhard Schöning – besser bekannt als Raven.
Das Quartett, das sich der irischen und schottischen Folkmusik verschrieben hat, gastierte am Wochenende das 17. Jahr in Folge in Wildeshausen – und wieder strömten die Folk-Fans in Scharen. „Ihr seid eigentlich nur wahnsinnig“, begrüßte Peter Krafczyk das Publikum am Freitagabend. „Wenn wir das Raven-Konzert in Timbuktu machen würden, kämt ihr auch noch.“ Die Ehepaare Karin und Peter Krafczyk und Antje und Bernd Göhlinghorst organisieren die Konzerte in der Kreisstadt seit Anbeginn.
Dieses Jahr ist dabei von zwei Veränderungen geprägt. Zunächst wechselte der Veranstaltungsort vom Haus Burgberg, das nicht mehr bewirtschaftet wird, an die Harpstedter Straße. Und auch auf der Bühne vollzog sich ein Wechsel. Michael Jaeschke nahm bereits im Februar den Platz von Bernd Neuschwander ein. Die Folge: Erstmals seit fünf Jahren gehört wieder eine Geige zur instrumentellen Besetzung, so dass einige ältere Stücke wieder ins Programm genommen werden konnten. Gemeinsam mit Jaeschke übte Raven zudem zwei neue Titel ein: „Spanish Lady“ und „Leaving Liverpool“.
„Wir sind irischer geworden“, sagte Burkhard Schöning und Petra Klein meinte, die Veränderung habe gut getan. Initiatorin Antje Göhlinghorst befand: „Die Geige gehört zur keltischen Folklore einfach dazu.“ Ebenso wie traurige und besinnliche Musiktitel dazugehören, die Raven in die erste Hälfte ihres Konzertes am Freitag stellte. Flotter wurde es nach der Pause, immer wieder klatschte das Publikum im Takt mit.
Da kam auch Jens Denker auf seine Kosten, der langjähriger Raven-Fan ist und bereitwillig das Autohaus zur Verfügung stellte. Gemeinsam mit seiner Frau Hanna besucht er seit mehr als zehn Jahren die Konzerte in Wildeshausen. Dass die Auftritte erneut sehr gut besucht waren, freute Denker besonders. Ebenso begeistert waren die Stars des Abends: „Man ist fast sprachlos, wenn man hier oben steht“, ließen Raven ihre Fans wissen und versprachen: „Wir werden euch was auf die Ohren geben.“ Sie hielten ihr Wort – bis die Teelichter heruntergebrannt waren.
