WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - Die brasilianische Hochebene Sertao ist eine karge Gegend, die allerdings für farbenfrohe Musik steht. Farbenfrohe Musik, die versprechen auch die sechs Musiker Dirk Piezunka, Michi Schmidt, Oliver Poppe, Marcello Albrecht, Manfred Altstadt und Mark Wetjen, die zusammen die Gruppe Sertao bilden. Am Freitagabend gastierten sie auf Einladung der Jazzfreunde Wildeshausen im Carlson im Ratskeller.
Die Vielfalt südamerikanischer Rhythmen kündigte die Latin-Formation an und hielt Wort. Mit dem Stück „Footprints“ aus der Feder von Wayne Shorter ging es gleich lateinamerikanisch los – obwohl das Stück normalerweise ein Jazz-Standard ist. Samba, Salsa und viele weitere südamerikanische Stil-Richtungen begeisterten das Publikum der reinen Instrumentalgruppe.
Ein besonderes brasilianisches Instrument zog dabei neugierige Blicke auf sich: die so genannte Berim Bao. Dabei handelt es sich um ein aus einem Kürbis hergestelltes Instrument, das vielseitig gespielt werden kann. Mit einem Stock kann gegen die Stahlsaite geschlagen werden, durch Bewegungen zum Körper hin oder vom Körper weg lässt sich das Bao-Geräusch erzeugen, dem das Instrument seinen Namen verdankt, und mit einer Münze kann überdies der Ton verändert werden. Zusätzlich hält der Spieler auch noch eine Rassel, die Caxixi, in der Hand. Wie das gleichzeitig geht? Das konnte Vibraphonist Michi Schmidt auch nicht erklären. Aber: „Wenn dann das Telefon klingelt, wird‘s schwierig.“
Das Publikum reagierte zunächst verhalten auf die lateinamerikanische Lebenslust. Nach dem ersten Conga-Solo von Manfred Altstadt änderte sich das schlagartig. Es gab ersten Szenenapplaus und von da an fühlten die Zuhörer die heißen Rhythmen förmlich.
Sertao gastierten bereits zum zweiten Mal in der Wittekindstadt. Verglichen zum ersten Auftritt vor einem Jahr haben sie ihr Repertoire um einige neue Stücke und Arrangements erweitert, so dass auch Gäste, die bereits den ersten Auftritt erlebt hatten, wieder Neues entdecken konnten.
