Wildeshausen - Der Klassiker „Schneewittchen“ im frischen Gewand: Der Kinderkulturkreis Wildeshausen hat ihn als Weihnachtsstück in der Kreismusikschule serviert. Dafür engagierte er das Tournee Theater Hamburg. Wer die Reaktionen der jungen und auch älteren Zuschauer verfolgte, bemerkte: Der Kulturkreis hat einen guten Griff getan, denn die Aufführung des Märchens gefiel. In einer geschlossenen Vorstellung für die Wallschule sahen es am Freitagvormittag 160 Zuschauer. Am Samstag folgten zwei Auftritte: zunächst mit 150 Zuschauern, danach nur noch mit 80 Gästen.

Die Aufführung setzt auf die Vorlage des Grimmschen Märchens. Dazu bringen Ralf Bettinger und Andreas Kleb in ihrer Inszenierung eigene Akzente. Ein Beispiel ist die Hofdame Amalia. Wenn sie aus ihren häufigen kurzen Ohnmachten erwacht, gibt sie stets ein Geräusch von sich. Das junge Publikum gluckst vor Vergnügen.

In den aufwendig gestalteten Kulissen, mit Beleuchtung effektvoll unterstützt, agieren die acht Schauspieler/innen mit viel Schwung. In Doppelrollen gefordert, bringen sie die sieben Zwerge komplett auf die Bühne – mit Namen wie „Hatschi“, „Späti“ und „Dicksti“. Die sehenswerten Kostüme runden das Spiel ab.

Mehrere Lieder geben den rund 80-minütigen Aufführungen zusätzlichen Pfiff. Was natürlich nicht fehlt: Das Happy End zwischen Schneewittchen und ihrem Prinzen. Diesen Kuss kommentierten manche Wallschüler allerdings alterstypisch ziemlich unromantisch: mit „bäh“.