WILDESHAUSEN - Acht Skulpturen sowie 50 Zeichnungen und Grafiken zeigt Carsten Bruhns bis zum 21. Mai in der Galerie Wildeshausen. Großen Anklang fand am Freitagabend die Vernissage. Viele ehemalige Kollegen, aber auch Freunde und Bekannte von Bruhns kamen zu der Ausstellungseröffnung. 37 Jahre lang, bis zum Sommer 2009, unterrichtete der jetzt in Twistringen lebende und arbeitende Künstler als Kunsterzieher am Gymnasium in Wildeshausen. Der Bekanntheitsgrad ist heute entsprechend groß – und damit auch das Interesse an seinen Arbeiten.
Aber auch verschiedene öffentliche Aufträge wie die Stele in der Wildeshauser Huntestraße und auf dem Friedhof machten den heute freischaffenden Künstler über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Mehr ist dazu im Geschichtsband über die Stadt Wildeshausen nachzulesen.
Dennoch ist die Ausstellung die erste dieser Art in der Galerie Wildeshausen. Obwohl die Skulpturen – von der Anzahl gesehen – klar in der Minderheit ausgestellt werden, liegt hier doch ein Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens. Das „Haptische“, das Berühren und Fühlen der Skulpturen, die meist Torsi zeigen, liegt Carsten Bruhns im Blut. Im Gespräch mit dieser Zeitung blickte der Künstler dabei auf seine neueste Plastik: „Die habe ich in der vergangenen Woche gerade noch rechtzeitig für diese Ausstellung fertig erstellt“, so Bruhns auf Nachfrage derNWZ
. Zu sehen ist ein Torso, eines der Lieblingsthemen seines künstlerischen Schaffens.Zeichnungen und Skizzen erstellte Bruhns von Anfang an, um seine Plastiken zu planen. „Daraus sind dann irgendwann die Zeichnungen geworden, wie man sie hier heute sehen kann. Schließlich kam das Grafische hinzu, wie die Ausstellung in der Galerie Wildeshausen bei Hartmut Berlinicke bezeugt. Die Zeichnungen zeigen wiederum oft Torsi. Die Grafiken stellen oft Schemenhaftes, Menschliches dar, wie in der Radierung „Komplott“.
Carsten Bruhns absolvierte von 1960 bis 1963 eine Ausbildung zum Steinbildhauer, studierte an der Hochschule für Gestaltung in Bremen, war 1968 an den Restaurierungsarbeiten am Bremer Roland beteiligt, führte von 1969 bis 1971 ein eigenes Bildhaueratelier in Berlin-West und schlug danach die Laufbahn als Kunsterzieher ein. Außerdem ist er seit 1988 als Grabmalberater bei „Stadtgrün“ in Bremen tätig.
Wenngleich Carsten Bruhns in Wildeshausen zum ersten Mal in der Galerie Berlinicke ausstellt, beschickte er bereits zahlreiche Ausstellungen vorwiegend im norddeutschen Raum, aber auch in Basel und Dortmund.
