Wildeshausen/Landkreis - Manch einer wird vielleicht an diesem Tag beim Blick auf den Kalender zusammenzucken: Es ist Freitag, der 13.. Im Volksglauben gilt dieser Tag als einer, der mehr Unglück bringt als sonst. Die NWZ-Redaktion in Wildeshausen hat sich die Frage gestellt: Kann Freitag, der 13., nicht auch ein Glücks- statt ein Pechtag sein? Wir zogen Leserinnen und Leser zurate.
Für Jana Rüther steht ganz klar fest: „Freitag, der 13., ist für mich noch nie ein schlechter Tag gewesen – ganz im Gegenteil.“ Alle paar Jahre ist es für sie der Schönste im ganzen Jahr: Die Großenkneterin hat am 13. Juli Geburtstag. Auch mit ihren jetzt 27 Jahren freue sie sich wie ein kleines Kind auf ihren Ehrentag. „Und da wir auch noch vor vier Jahren, am 13. Juli, bei der Fußball-WM Weltmeister geworden sind, kann die Zahl 13 doch einfach kein Pech bringen.“ Dass sie auf den Tag angesprochen wird, kenne sie. Sie selbst glaube generell nicht an sogenannte Pechtage. Auch habe sie den Eindruck, dass dieser Aberglaube im Allgemeinen nachlasse. Sie sehe es gelassen. „Man hat eben mal gute und mal schlechte Tage. Vielleicht sollte man sich einen solchen Aberglauben auch gar nicht erst zu sehr einreden.“
Dass Freitag, der 13., viel mit Aberglaube zu tun habe, schätzt auch Wiltrud Stanszus, Sprecherin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wildeshausen. Gemeinsam mit unserer Redaktion stellte sie Überlegungen und Recherchen an: Warum werden die 13 und der Freitag so verteufelt? „Der Ursprung dieser Angst findet sich wahrscheinlich im Christentum“, fand sie heraus. So soll Jesus mit zwölf Aposteln an einem Tisch bei seinem letzten Abendmahl gesessen haben – macht unterm Strich 13. Gekreuzigt worden sein soll er an einem Freitag. Weitere Leser aus der Region zeigen jedoch, warum Freitag, der 13., für sie ein Glückstag bleibt: „Weil ich an solch einem Tag geboren wurde, sagt mein Vater, ich bin ein Glückskind“, berichtet Manuela Dietz aus Delmenhorst. Anita Lucassen aus Elisabethfehn schreibt: „Die 13 ist schon immer meine Glückszahl: Ich bin an einem Freitag, den 13., geboren und habe an einem Freitag, den 13., geheiratet.“ Auch der Harpstedter Eike Harnisch verbindet damit etwas Positives: An solch einem Tag ist „die beste Tochter der Welt geboren“. Stephanie Thölking (Großenkneten) berichtet: „Mein Sohn hatte Freitag, den 13. Oktober 2017, einen schweren Verkehrsunfall, bei dem er nahezu unverletzt blieb.“ Vom Heiraten lassen sich in Pärchen in Wildeshausen ohnehin nicht abbringen: Immerhin zwei Trauungen vermeldet das Standesamt für diesen Freitag.
Frank Büssenschütt aus Harpstedt hat für alle, die vor Freitag, dem 13., schlimme Befürchtungen haben, einen einfachen Tipp parat: „Wenn man nicht ständig darüber reden würde, denkt keiner daran!“
