WILDESHAUSEN - Ob Oliver Geißen die „Chart Show“ moderiert, Stefan Raab im Wok die Eisbahn in Altenberg hinabsaust oder Axel Schulz zum Faustschlag ausholt: Nicht allein die Stars vor der Kamera, sondern vor allem die vielen Macher dahinter sorgen dafür, dass der Zuschauer auf seine Kosten kommt. Für ideale Lichtverhältnisse sorgt ein Wildeshauser – Mario Küpker. Der Inhaber der 2004 gegründeten „Light & Laser Company“ (LLC) installiert tanzende Lichtkegel oder spielt die ganze Klaviatur einer komplizieren Lasershow. „Die LED-Lichttechnik bei der Chart-Show gehört zum Feinsten“, schwärmt der 27-Jährige von der kniffligen Installation in den Hürther Fernsehstudios.
Das Interesse zum Beruf war bei Küpker schon früh geweckt. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur tingelte bereits im Alter von 16 Jahren mit einer Disco über die Dörfer. „Leider habe ich keine entsprechende Stimme“, räumt der Lichtfachmann ein, „also spezialisierte ich mich auf die Technik.“ Er beleuchtete Messestände oder inszenierte Fahrzeugpräsentationen. Viele Kontakte entstanden so, bevor er sich mit LLC selbstständig machte.
Vor allem die Kooperation mit der Lichttechnik-Firma „A & O Lighting Technology“ aus Oyten ebnete dem Wildeshauser den Weg zum Glanz und Glamour der Fernseh- und Showbranche. „Allein in der letzten Woche bin ich 3000 Kilometer gefahren“, berichtet er von seiner rastlosen Tätigkeit. Wie aufwendig so eine Produktion ist, schildert Küpker anhand der „Wok-WM“ von Stefan Raab: Entlang der Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg baute er im Auftrag der Firma „A & O“ vier 7000-Watt-Xenon-Scheinwerfer und 14 Xenon-Searchlights mit je drei Kilowatt auf. Kilometerlange Datenleitungen legen, Leuchtmittel einsetzen, testen und die Arbeit während der TV-Aufzeichnungen folgten. Dass im stramm organisierten Produktionsablauf nur selten Pannen vorkommen, grenzt da schon an ein Wunder. „Beim Boxkampf von Axel Schulz gegen Brian Minto bin ich einmal kurz durch ein Live-Interview mit Vitalij Klitschko gelaufen“, erzählt er. Die Produktionsleitung trug’s mit Fassung.
Auch manche Promis seien total locker drauf. Gern erinnert sich Küpker ans Essen mit dem Autor des „Werner“- Comics, „Brösel“ alias Rötger Feldmann, oder den Klönschnack mit Thomas Stein, Gast in der „Chart-Show“. Ohnehin ist diese RTL-Show eine seiner liebsten Sendungen. „Ich habe noch keine verpasst“, erzählt der Techniker. Umso mehr habe es ihn gefreut, dass „A & O“ ihn als Techniker buchte. Sechs Aufzeichnungen stehen in diesem Jahr noch an. Wegen der Wittekind-Gewerbeschau verzichtet er allerdings auf zwei lukrative Aufträge.
Eine weiteres Standbein will sich Küpker mit der Architektur-Beleuchtung aufbauen. Einen ersten, kleinen Vorgeschmack konnten die Wildeshauser bereits bei der „Gruselnacht“ im Oktober vergangenen Jahres bekommen. Dort illuminierte der LLC-Inhaber diverse Gebäude. Auch würde er gern einmal fürs Gildefest eine Show im Burgbergpark inszenieren – mit Feuerwerk, Laserwänden und allem, was dazu gehört. Nicht ausgeschlossen auch, dass es Küpker eines Tages Richtung Hollywood zieht. Aus Amerika sollen bereits entsprechende Anfragen vorliegen.
