WILDESHAUSEN - Am Ende huscht ein Lachen über sein Gesicht. Nicht nur das Publikum, das eine großartige Leistung mit langem Applaus quittiert, auch der Künstler selbst ist zufrieden. Und so bietet Peter Bruns mit dem Sarabande aus der I. Suite (G-Dur) von Johann Sebastian Bach seinen dankbaren Zuhörern im Wildeshauser Ratssaal eine spannende Zugabe.
Keine Frage: Mit dem Cellisten Bruns, der derzeit als Professor an der Musikhochschule Leipzig unterrichtet, stellt sich am Sonnabend ein Großer seines Fachs in der Kreisstadt vor. 130 Zuhörer kommen zu dem Konzert. „Wir sind erneut ausverkauft“, freut sich Werner Stommel, Vorsitzender des Kulturkreises Wildeshausen, dem die Verpflichtung des namhaften Solisten gelungen ist. Viele Besucher kommen aus der Region.
Der gebürtige Berliner Bruns entscheidet sich im Alter von neun Jahren für den Cello-Unterricht. Nach seinem Studium an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Peter Vogler wird er Erster Konzertmeister Violoncello bei der Staatskapelle Dresden. An der dortigen Musikhochschule hat er von 1998 bis 2005 eine Professur inne. Zudem ist er mehrere Sommer Erster Solocellist des Bayreuther Festspielorchesters. Neben zahlreichen Rundfunkauftritten spielt er eine Reihe von preisgekrönten CD-Aufnahmen ein.
In Wildeshausen bringt er Bachs Suite für Violoncello solo Nr. 4 Es-Dur sowie die Suite solo Nr. 3 C-Dur, Max Regers Suite solo Nr. 2 d-Moll op. 131c Nr. 2 und das Impromptu for Vello Solo in Three Movement von Ernst Toch (1887–1964) zu Gehör. Bruns, hoch konzentriert, oft mit zusammengepressten Lippen, gewinnt seinem Instrument eine nahezu unendliche Vielzahl von Stimmungen ab. Das wird bereits beim Allemande der 4. Bach-Suite deutlich: Oft erzeugen die Finger auf den Saiten nahezu ein Klacken, doch sein Ton bleibt dunkel, warm und kraftvoll. Bruns spielt auf einem Cello von Carlo Tononi (Venedig 1730), das sich im Besitz des legendären spanischen Cellisten Pablo Casals befand.
Bemerkenswert ist sein Rhythmus, der – wie etwa beim Bach-Sarabande – Freiheit und Beständigkeit verbindet. Die Tempowechsel sind subtil ausbalanciert. Und so ist der Zuhörer geradezu überrascht, wenn beim Gigue der Reger-Suite sich das Zupfen wie ein freudiges Glucksen anhört oder der großartige Tempowechsel beim Toch-Stück in einen Ton mündet, der sich wie eine indische Zithar anfühlt.
Mit dem Bruns-Konzert endete die Kulturkreis-Saison. Gut angenommen wird laut Stommel die Umfrage des Vereins: Mehr als 80 Fragebögen seien bereits eingegangen.
