WILDESHAUSEN - Wer an Heavy-Metal denkt, ohne selbst Fan zu sein, hat zwangsläufig Bilder von schwarz gekleideten, wütenden Männern mit langen Haaren im Kopf. Stilprägend für dieses Genre waren und sind Bands wie „Slayer“ (Deutsch: Mörder) oder „Slipknot“, deren Mitglieder aussehen, als entstammten sie einem Horrorfilm. Doch es geht auch anders: „Wir müssen nicht böse gucken“, sagt Lennart Ebbers aus Wildeshausen, Bassist der Band „Skulled“, die ihre Musik selbst als Mischung aus Thrash-Metal, Heavy-Metal und Hard Rock bezeichnet.
Er und seine vier Kollegen sitzen im Garten eines Wildeshauser Einfamilienhauses, in dessen Keller sie proben. Er, Tim Dasenbrock (Schlagzeug), Oliver Ralle (Gitarre), Jan Frederik Holscher (Gesang) und Fabian Heuermann machen Metal. Zwar haben drei von ihnen lange Haare, doch da hören die Klischees auch schon auf. „Wir bringen auf jeden Fall die richtige Portion Selbstironie mit“, meint Oliver, der zusammen mit Tim Dasenbrock zu den Gründungsmitgliedern der Band gehört.
Vor Kurzem haben sie einen Newcomer-Bandwettbewerb in Lemwerder gewonnen. Dorthin waren auch einige Fans aus Esens und Bremen, allesamt Bekannte der fünf Jungs, zur Unterstützung angereist. Auch der vor einigen Monaten verabschiedete Sänger Gerrit Eckbers war anwesend. „Der hat richtig mitgefeiert. Das war schon cool“, meint Jan Frederik Holscher , der seit vier Monaten singt.
Zur Belohnung für den Sieg darf „Skulled“ am Sonnabend, 7. Juli, den Auftakt beim „Dragonfield Open Air“, dem ersten großen Festival auf dem Ritzenbüttler Sand in Lemwerder, machen. Hier treten auch die „Kleinstadthelden“ auf, die bereits an Stefan Raabs „Bundesvision-Songcontest“ teilnahmen. „Wir erhoffen uns auf jeden Fall eine Menge Spaß“, sagt Sänger Jan Frederik, der die Musik der Band mit neuen Einflüssen und seinem „rotzigen Gesang“ bereichert. „Ich bin mehr der ,Rock’n’Roller‘“, grinst er. Mit 24 Jahren hebt er den Altersdurchschnitt der Gruppe, die anderen sind alle knapp unter 20.
Ihre Songs schreiben die Skulled-Mitglieder alle selbst. „Wir haben Funsongs, aber auch gesellschaftskritische Texte“, meint Oliver, den Sänger Jan Frederik als „Soundgenie“ bezeichnet. Auch für Sonnabend haben sie ausschließlich eigene Lieder im Gepäck. Der Veranstalter rechnet mit 500 bis 100 Gästen. Auch die Band hofft auf regen Zuspruch, denn sie sind sich einig: „Das Festival hat auf jeden Fall Potenzial.“
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