WILDESHAUSEN - Komponist Ralf Grössler übt heute nochmals mit der Gospel-Diva Joanne Bell. Gestern wurden Teppiche verlegt und Scheinwerfer installiert.
Von Stefan Idel
WILDESHAUSEN - Eine nicht alltägliche Aufgabe für den Kantor: Nicht mit dem Dirigentenstab, sondern mit einer Farbwalze in der Hand geht Ralf Grössler am Dienstag durch die Wildeshauser Alexanderkirche. Es gilt, Teppichkleber auf das Podest für die Musiker aufzubringen. Techniker der Firma AVM-Event aus Schwanewede legen Stromkabel und installieren eine etwa 50 000 Watt starke Beleuchtungsanlage. Stühle werden gerückt und die Kanzel mit Holzplatten verkleidet. Keine Frage: Die Vorbereitungen für die Uraufführung von Grösslers Gospeloratorium „Prince of Peace“ am Freitagabend laufen auf Hochtouren.Nicht nur handwerklich, auch künstlerisch sind noch einige Vorbereitungen zu treffen. Nach dem Einleuchten am Dienstagabend steht heute die Theaterprobe mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums an. Die Gruppe unter der Leitung von Antje Grützmacher wird die Musik mit szenischen Darstellungen unterstützen. Außerdem probt Grössler heute mit der Solistin Joanne Bell. Mit der bekannten Gospel-Diva arbeitet der 48-jährige Komponist seit 1985 zusammen. Unvergessen sind hier ihre Auftritte in der dynamischen „Mass of Joy“ oder der Symphonischen Rhapsodie „Our Father in Heaven“.
Neben Bell tritt ein 130-köpfiger Chor auf, der sich im wesentlichen aus den Sängerinnen und Sängern der „Joyful Voices“ und der Kantorei zusammensetzt. Zudem engagierte Grössler für sein neues, knapp zweistündiges Oratorium 32 Musiker für das Orchester. Während das Klavier bereits an seinem Platz steht, müssen alle anderen Instrumente, darunter das Vibraphon, noch in die Kirche transportiert werden. „Es ist ein echtes Abenteuer, so viele Musiker auf engstem Raum unterzubringen“, sagt Grössler. Für die Holzbläser wird daher eine eigene kleine Bühne erstellt.
Seit Monaten üben die Musiker in einzelnen Ensembles; so stand für den Chor ein Proben-Wochenende in Stapelfeld an. Das sei alles bislang gut verlaufen. Zudem habe sich noch niemand aus Krankheitsgründen abgemeldet, klopft Grössler auf Holz.
Zur Premiere von „Prince of Peace“ werden mehr als 400 Besucher erwartet, darunter zahlreiche Kirchenmusiker, aber auch Bischof Peter Krug (Oldenburg) und Weihbischof Heinrich Timmerevers vom Offizialat Vechta. Und eine Gruppe aus Marburg reist an, die das Stück am ersten Advent in der dortigen Luther-Kirche aufführen will.
