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Musik Vom Aufbruch ins gelobte Land

WILDESHAUSEN - Die Idee kam Ralf Grössler bereits 2007 – gleich nach der Uraufführung seines erfolgreichen „Prince of Peace“. Anfangs sollte es ein Josua-Oratorium werden. Doch dann kam die Figur des Moses dazu. „An ihm kommt man nicht vorbei“, sagt der Kantor der Alexanderkirche in Wildeshausen. „Going Home – auf dem Weg ins gelobte Land“ heißt nun der Titel seines neuen Gospeloratoriums. Es erzählt die alttestamentarische Geschichte des jüdischen Volkes vom Auszug aus Ägypten bis zur Ankunft im gelobten Land.

Die Uraufführung steht zwar erst in einigen Monaten – genauer am 5. Oktober – an, aber vor allem bei den Mitwirkenden liegt der Wunsch, loszulegen, auf der Hand. Ein Grund: Bei einem gemeinsamen Probenabend der beiden Chöre der Alexanderkirche (Kantorei und der Gospelchor „Joyful Voices“) rückte der Kantor die Chorpartituren heraus. „Am 21. Dezember hatte ich sie per E-Mail an meinen Verlag in München geschickt“, erzählt Grössler. „Bereits am 3. Januar hatte ich die Noten.“ Bis auf wenige Exemplare seien alle 150 Notenhefte ausgegeben. Selbst Kirchentagspastor Joachim Lenz reiste extra zum „Ausgabetermin“ im Waltberthaus an.

Piano im Wohnwagen

Dabei setzt sich Grössler beim Komponieren selbst einem gewissen schöpferischen „Druck“ aus. Wie schon bei seiner letzten großen Komposition suchte sich der Kantor die Ruhe der Ostseeküste für seine Arbeit aus. Im Januar und im März vergangenen Jahres zog er mit Wohnwagen und Piano los. „Der größte Schub kam in den Osterferien“, erinnert er sich.

Gern weiht Grössler Interessierte in seinen kompositorischen Schaffensvorgang ein. Da kann es sein, dass er eine Melodie zunächst beiseite gelegt hat, ihm aber beim Geschirrspülen in der Küche der dafür geeignete Text einfällt. Oder er nimmt eine Ganztonleiter mit sieben Tönen – und landet bei dem seltenen Siebenviertel-Takt. Die Eingebung, die Inspiration, kann sich der gläubige Christ nur mit „göttlichem Wunder“ erklären. Ohnehin ist die Zahl Sieben voller Bedeutungen; symbolisiert sie doch die Verbindung der göttlichen Trinität mit den irdischen vier Elementen. Auch das Vaterunser besteht aus sieben Bitten.

Grössler ist es wichtig, das Alte Testament aus der Perspektive des Neuen Testaments zu sehen. Das wird schon bei der Ouvertüre mit einer neuen Version des Luther-Stücks „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ (EKG 299) deutlich. Die englische Sprache sei beim Gospel oft unumgänglich, sagt der „Gospel-Kantor“ und nennt als Beispiel den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Phillip Nicolai. Der englische Text beziehe sich mit seiner endzeitlichen Aussage („awake Jerusalem at last“) klar auf das neue Jerusalem. Bei den Texten bekam Grössler große Unterstützung von Katja Jöllenbeck, die in beiden Chören mitsingt.

Moses noch gesucht

Sein neues Gospeloratorium hat der 53-jährige Musiker in vier Teile gegliedert, die mit dem Aufbruch des Volkes Israel beginnen und letztlich mit der Ankunft in der künftigen Heimat enden (siehe Kasten). „Das Oratorium lebt von der Bewegung der vier Chorgruppen in der Kirche“, sagt Grössler. Erst am Ende der 3. Passage seien alle Chöre auf der Bühne angelangt. Wie schon beim „Prince“ unterstützt ein sinfonisch besetztes Orchester mit fünf Holz- und fünf Blechbläsern, Saxophon, Vibraphon, Klavier, Bass, Schlagzeug, Pauken und Streichern die Sänger. „Eine Tuba kommt neu dazu, eventuell auch ein zweiter Schlagzeuger“, verrät der Komponist. Ein Solo – Josua (Tenor) – ist bereits besetzt. Für die Rolle des Moses sucht Grössler noch einen Bariton. „Den gibt es im Gospel-Bereich selten.“ Doch es würde überraschen, wenn der Urheber des Projekts nicht auch hier eine 1a-Lösung präsentieren könnte.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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