WILDESHAUSEN - – Mehr als einmal nahm Matthias Goldberg am Freitagabend das Handy ans Ohr. Er wählt die Nummer von Gunnar Schulz-Achelis, Pastor in Harpstedt. Der Grund: Mit rund 40 Leuten hatten sich Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Harpstedt auf Schusters Rappen auf den Weg nach Wildeshausen gemacht. Zur „Nacht der Kirchen“ lud hier das Ökumeneforum der Wildeshauser Kirchengemeinden in die katholische St.-Peter-Kirche in die Kreisstadt ein.
Doch das Warten wurde auf eine lange Probe gestellt. Eigentlich sollten die Teilnehmer der nächtlichen ökumenischen Wanderung auf dem Jakobsweg nach Wildeshausen gegen 22.15 Uhr eintreffen. Doch die Strecke war lang. Rund 15 Kilometer legten die Wanderer bei Dunkelheit zurück. Dazu gab es auf halber Strecke noch eine Andacht im Wald. Zuvor hatte Pastor Werner Richter in der Christuskirche mit einer Andacht auf die Wanderung eingestimmt. Gespräche und das Wandern in der Gruppe forderten ihre Zeit: Erst kurz vor 23 Uhr trafen die Harpstedter in Wildeshausen ein. Dabei waren die Wildeshauser ihren Gästen bereits bis Zwischenbrücken entgegengekommen. Geplant war eigentlich Treff auf der Melkerbrücke.
Zur Begrüßung gab es Salz, Brot und Wasser. Monika Terfehr vom Ökumeneforum hieß die Harpstedter bei Kerzenschein auf dem Parkplatz am Hannoverschen Hof willkommen. Geschlossen wanderten Pilger und Gastgeber in die St.-Peter-Kirche zum Pilgergruß mit abschließender Andacht und Segen. Nach dem Abschluss im Waltberthaus fuhren die Harpstedter Pilger mit einem Bus der DHE wieder in den Flecken zurück.
Mäßig besucht waren die vorausgegangenen Angebote. Verschiedene Blickwinkel, um Kirche einmal anders zu erleben, waren angekündigt. Los ging es bereits um 18 Uhr mit der Führung „Kirche entdecken für Jung und Alt“ (Karola Müller). Ein weiterer einstündiger Programmpunkt war „Kirche im Licht“ (19 Uhr).
Das Angebot „Free Water“ der Alex-18.30-Gruppe der evangelischen Jugend Wildeshausen ab 20 Uhr und die „Biblische Nachtgeschichte“ mit Friedrich Kleibert, Pastor der Baptisten-Gemeinde, ab 21 Uhr, standen vor dem Empfang der Harpstedter im Mittelpunkt. Zeitgleich wurde im Waltberthaus das Nacht-Café veranstaltet. Bewohner der Diakonie Himmelsthür sorgten hier für den Service.
Beteiligt waren an der „Nacht der Kirchen“, die zentral in der katholischen Kirche gefeiert wurde, federführend, Monika Terfehr und Barbara Temeschinko-Rose (Ev.-luth. Kirchengemeinde), Ulrich Seitzinger (Ev.-freikirchliche Gemeinde), Matthias Goldberg (katholische Kirchengemeinde) und Sabine Spieker-Lauhöfer (Diakonie Himmelsthür) und Matthias Saathoff (Ev. Jugend Wildeshausen). Pastorin Elisabeth Saathoff war erkrankt. Auf Harpstedter Seite war neben Pastor Schulz-Achelis auch sein Amtskollege Werner Richter mit gekommen.
