WILDESHAUSEN - Wer sich in die Wildeshauser „Nacht der Musik“ stürzt, hat die Qual der Wahl: Acht Bands in sieben Kneipen – da wird immer ein Treffer dabei sein. Wie viele andere starten Sabrina und Tobias Bruns, Ilona Breuer und Uwe Bahrs um 21.30 Uhr in der „Brasserie“: In der klassischen Besetzung Bass, Drums und Gitare spielen dort Grown auf: Soul, aber auch Hits von Usher, Craig David und Van Morrison bringen sie gekonnt zu Gehör. Dem Publikum gefällt es bestens.
Weiter geht es wenige Meter weiter, im „Franziskaner“, mit Dr. Beat. In der Formation Marc Cardenao (Drums), Here Junker (Gitarre) und Thomas Mertens (Keyboard) haben die „Ärzte“ viele musikalische Gegenmittel gegen schlechte Laune. Kerniger Rock, Klassiker wie „Light my Fire“ oder Blues: bei den Vocals ist das Trio ebenso stilsicher. „Wir sind schon zum siebten Mal dabei. Im Franziskaner ist es am besten“, sind sich Fritz Wilke und Torsten Koschnitzke, mehrfache deutsche Meister im Faustball mit dem Ahlhorner SV, weit nach Mitternacht einig. An der Tür ist längst kein Durchkommen mehr.
Musikalisch gekonnt zwischen Irish und Scottish Folk bewegen sich Tullamore Few – mit Thomas Kämpfe, Marcus Teerlinger und Viktor Besch – im „Lindenhof“. „Zwei Gitarren, ein Dudelsack, mehr brauchen wir nicht“, sagt Kämpfe. „Und da wir kein Jagdhorn dabei haben, nehmen wir einen Schnorchel“, erläuterte er die unkonventionelle Musik.
Im „Alten Wittekind“ geht um 23 Uhr nicht’s mehr: Die holländische Harry G. Band ist zwar erst verspätet gestartet (Bart Kattouw: „Wir haben uns auf der Autobahn verfahren“), holt dann aber mächtig auf. Ein weiterer Tipp: Recover im „Kayserhaus“ mit Frontfrau Silke Meyerhoff – ausdrucksstark und stimmgewaltig. Weit nach Mitternacht sind hier Breadless Art angesagt. Nun aber weiter zum „City Treff“, wo Alec Chilly und der frühere Drummer der NWD-Kultband Trio, Peter Behrens, für ein volles Haus sorgen. „Wir sind jedes Wochenende unterwegs“, erzählt der 60-jährige Behrens der NWZ . In der Woche gibt er Schlagzeug-Unterricht im Wilhelmshavener Jugendzentrum „Point“. Nur gelegentlich gebe es Kontakt zu Großenkneten, von wo Trio seine Karriere startete. „Studenten Filmhochschule Leipzig/Dresden drehen derzeit einen Film dazu; der ist hoffentlich im Januar fertig ist“, erzählt Behrens. Seine Autogramme sind auch in Wildeshausen gefragt.
Siebte Station: die Helmut-Bengen-Band in der Kleinen Kneipe. Hier heizt Sängerin Janet Breeze den Nachtbummlern ein. Klasse, wie sie bei „Hit the Road Jack“ das R rollt. Und trotz drangvoller Enge hat Gitarrist Chris Jansse noch genug Platz für die „Ich-spiel-die-Gitarre-hinterm-Kopf“-Einlage.
Zurück geht es zum „Franziskaner“, wo Dr. Beat gerade ein Ständchen für Sonja Oltmann spielt. Sie wurde 39 Jahre alt. Besser lässt sich die Nähe zum Publikum kaum demonstrieren. Etwa 1000 Gäste lockte die „Nacht der Musik“ nach Wildeshausen, berichtet der Veranstalter am Sonntag. Im Jahr 2008 soll es eine weitere Auflage geben.
