WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/STI - „Die Gilde ist die Stadt und die Stadt ist die Gilde.“ – Leicht und locker kamen Dr. Kian Shahidi die Worte aus den Statuten der Wildeshauser Schützengilde über die Lippen. Dabei war es sein erster Auftritt als General bei einer Schaffmermahlzeit. Und sein Hang zur Redseligkeit sei eher gering, wie der Bürgermeister freimütig bekannte. Gleichwohl schlug er gekonnt den Bogen von Tradition und Zukunft. „Wir atmen etwas vom Hauch der lebendigen Geschichte“, so Shahidi mit Blick auf Fisch und Pfeifen.

Auch wenn immer wieder von „Zukunftsfähigkeit“ die Rede sei, wollten die Wildeshauser nicht darauf verzichten, Traditionen und Brauchtümer zu pflegen. „Die Vergangenheit bietet mehr als Kriege und Schlachten – sie ist die Grundlage unserer Kultur und unserer Identität“, bemerkte Shahidi. Die Städte würden sich immer ähnlicher: „McWorld ist überall.“Das Schaffermahl sei dagegen einzigartig. Mit Blumen dankte Shahidi den Damen der Fähnriche für ihre mühevolle Arbeit während der illustren Veranstaltung.

Neben den Ehrengästen begrüßte Shahidi besonders den 92-jährigen Generalmajor Hans Spille. Die alte Rentenregelung, mit 65. Lebensjahren in den Ruhestand zu treten, sei aus Sicht der Gilde ein „irrwitziges Werk“. „Gilderente mit 99 Jahren, das wäre vielleicht ein geeignetes Modell“, sagte der General unter lautem Lachen im Publikum.

Den Ehrengast des diesjährigen Schaffermahls, Karl-Heinz Funke, warnte er davor, der Schützengilde statt Bier Wasser des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) andienen zu wollen. Der OOWV habe ohnehin große Vorteile vom Gildefest: Durch Herstellung des Bieres und die „Nachspülung“ verdiene Funke doppelt am Gildefest, rief er dem OOWV-Verbandsvorsteher entgegen. Shahidi traf den Ton, wie er seit langem bei Schaffermahl gepflegt wird.