WILDESHAUSEN - Sie war in diesem Jahr erneut begehrtes Ziel von 35 Gildebrüdern: die Königskette. Sie gilt als bedeutendstes Kleinod der Wildeshauser Schützengilde. Regelmäßig versieht jeder König die Kette mit einem Schild. Der König des Vorjahres, Uwe Reinking, ließ auf die Plakette ein Symbol der neuen, 32 Meter hohen Vogelstange am Krandel eingravieren.

Das derzeitige Gewicht der Königskette liegt bei knapp fünf Kilogramm. Immer wieder wurden Schilder abgenommen, die sicher in einem Banktresor verwahrt werden. Zum einen sollte das Gewicht der Kette erleichtert werden. Zudem galt es, die wertvollen Schilder zu sichern. Denn im Lauf der Jahrhunderte gingen schon einige verloren. Das älteste Schild an der Kette stammt vom König des Jahres 1789, Ludwig Köhne, wie Bernhard Brockmann im Band zum 600-jährigen Bestehen der Gilde berichtet.

Auch das wertvollste Kleinod der Königskette wurde rechtzeitig in Sicherheit gebracht: der mehr als 500 Jahre alte, silberne Papagoy. Er zierte bis 2003 die Königskette und wurde seinerzeit gegen eine Kopie ausgetauscht. Sorgfältig wurde der Papagoy, der sogar einen weiteren kleinen Vogel im Schnabel trägt, jetzt aufgearbeitet, wie Hauptmann Rolf Klostermann berichtete.

Stolz zeigte der Inventaroffizier der Gilde den wertvollen Vogel kürzlich bei der Offiziersversammlung auf dem Rathaussaal. „Es ist schon ein tolles Gefühl, ein solch altes Symbol unserer Gilde in den Händen halten zu dürfen“, sagte Klostermann. Der Jahrhunderte alte Papagoy wird in einer besonderen Vitrine im Rathaus deponiert. Damit kann er künftig von allen Besuchern bewundert werden. Der hohe Wert der Königskette sinkt dadurch nicht.