WILDESHAUSEN - An die Anrede „Herr Oberst“ musste er sich erst gewöhnen. Frost wurde Schaffer im „Jubiläumsjahr 1970“.

Von Stefan Idel

WILDESHAUSEN - Seit 50 Jahren ist er Mitglied der Wildeshauser Schützengilde; aber die Aufgabe ist für ihn keinesfalls Routine: „Man wird jetzt oft mit Oberst angesprochen. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen“, sagt Ernst Frost. Bis Pfingsten 2006 gehörte der 68-Jährige dem Offizierskorps als Oberstleutnant an, ehe er von Heinrich Nuxoll das Amt des Obersts der Wildeshauser Schützengilde übernahm. Dass mit der neuen Aufgabe durchaus viel Arbeit verbunden sei, bestreitet der Bauunternehmer nach einjähriger Erfahrung nicht.

„Ich habe ein spannendes Jahr hinter mir“, berichtet Frost. Er lobt die Unterstützung seines Adjutanten, Oberstleutnant Heiner Ahlers, und die gute Zusammenarbeit mit General Dr. Kian Shahidi und dem gesamten Stab. Auch ohne die Hilfe von Ehefrau Gerda und den drei Kindern Ernst-Dieter, Heide und Anja sei so manches nicht möglich gewesen. „Unser Betrieb ist seit 1970 Pfingsten immer geschlossen. Da haben wir Gäste im Haus, um die wir uns kümmern.“

Neben dem Gildefest zählt der Oberst die Besuche der Schützenfeste in Lutten wie in Urneburg zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres. „Die waren schlicht mit unserer Größe überfordert“, verweist Frost auf den Aufmarsch eines Heeres von Schwarzröcken bei den Gastgebern. Beim Rockappell der Gilde im Herbst sowie beim Schaffermahl hatte der Oberst Gelegenheit, seine rhetorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Dass nun beim bevorstehenden Gildefest etwas schief laufen könnte, glaubt Frost, er war von 1988 bis 1992 Hauptmann der Wache, kaum. „Ich bekomme ständig Nachricht von den Ausschüssen. Darauf kann ich mich verlassen.“ Die Absprache mit dem Stab über den detaillierten Programmablauf zum Gildefest bleibe allerdings Chefsache. Als Frost 1970 Schaffer wurde (König war Manfred Klein) feierte Wildeshausen gerade 700 Jahre Stadtrechte. Beim Fest 2007 gehört der 68-Jährige der Gilde 50 Jahre an. Diese Häufung von Jubiläen sei sicherlich ein gutes Zeichen.