WILDESHAUSEN - Und schon wieder fährt der Streifenwagen mit Blaulicht auf den Schulhof der Hauptschule, wieder klappen die Türen auf und Sven Hoopmann und Vivien Rohrig steigen aus dem Auto. Hoopmann ist Kommissar bei der Polizei Wildeshausen. Vivien Rohrig geht in die zehnte Klasse der Hauptschule. Am Dienstag aber schlüpft die 16-Jährige in eine blaue Polizeijacke und griff zum Notizblock. Es ist der zweite Drehtag der Film-Arbeitsgemeinschaft.
„Drei Täter und (k)eine Spur“ heißt der Krimi, den die 15 Schüler der AG in diesem Halbjahr drehen. Im Sommer begannen sie mit dem Skript, machten sich mit dem technischen Equipment vertraut und hatten schon Ende Oktober den ersten Drehtag: ein Einbruch bei Nacht in den Biologieraum der Hauptschule.
„Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit“, erzählt Julia Borchers, Sozialpädagogikstudentin aus Vechta, eine der beiden AG-Leiter. Vor einigen Jahren seien Schüler in den Biologieraum und die Mensa eingebrochen. Ihre Beute damals: Schnitzel. Das hat die AG in ihrem Drehbuch geändert. In der Filmfassung lassen die Täter Geld mitgehen. Die Film-Polizei ermittelt – und die „echten“ Kollegen aus Wildeshausen unterstützen sie dabei mit dem Streifenwagen und Kommissar Hoopmann als Darsteller. Er und Vivien Rohrig müssen mittlerweile zum vierten Mal wieder aus dem Wagen steigen und den Hausmeister (Andre Koppelmann) vernehmen, der den Einbruch gemeldet hat. Denn Kameramann Jan Kratzmann will die Szene noch einmal von der anderen Seite aus aufnehmen: „Jetzt drehen wir das noch einmal von links“, scheucht er die Darsteller wieder auf ihre Ausgangspositionen.
Der Zehntklässler leitet zusammen mit Borchers die AG und ist, was die Filmtechnik angeht, schon ein Profi. Der Hobbybastler hat nicht nur Kamerakran und -wagen gebaut, sondern steuert auch sein Fachwissen bei, zum Beispiel was Schnitt und Drehbuch angeht. Demnächst will er auch den Ruheraum, den die Schule der AG zur Verfügung gestellt hat, in eine Polizeiwache umbauen.
Gedreht wird dabei nicht für die Schublade: Die Lindenhof-Lichtspiele werden den Krimi für die Öffentlichkeit ins Programm nehmen, so Borchers. Voraussichtlicher Starttermin: Mai 2010.
