WILDESHAUSEN - Ungewöhnliches Theater, an ungewöhnlicher Spielstätte, mit ungewöhnlichen Darstellern – das erwartet die Zuschauer am Sonnabend, 19. September, in der Wildeshauser Innenstadt. Aus Anlass des 125-jährigen Bestehens der Diakonie Himmelsthür arbeiten der Kulturkreis Wildeshausen und das Blauschimmel-Atelier Oldenburg zurzeit an einem Straßentheaterprojekt mit dem Titel „Liebe macht Geschichte“.

Wie bereits berichtet, werden zahlreiche Menschen mit und ohne Behinderung die Ankunft der Reliquien des Heiligen Alexanders im Jahre 851 in Form eines Pilgerzuges darstellen, der sich vom Marktplatz bis zur Alexanderkirche erstreckt. Verschiedene Wildeshauser Gruppen erarbeiten einzelnen Szenen, die am Rande dieser Prozession einen Eindruck vom Leben im Mittelalter geben. Eingebaut ist auch eine Liebesgeschichte.

Die Proben zu diesem Freiluftspektakel laufen mit Hochdruck. Am Sonntag übte das Blauschimmel-Atelier mit Behinderten aus der Himmelsthür im Bereich der Alexanderkirche bereits mit Masken und Kostümen. „Wir kooperieren seit gut elf Jahren mit der Himmelsthür. Jeden Montag kommt eine Gruppe von dort zu uns“, sagt Ute Bommersheim vom Blauschimmel-Atelier. Ihr obliegt die Gesamtleitung des Wildeshauser Theaterprojektes.

Jeden Dienstag proben die 22 Schülerinnen und Schüler des Kursus „Darstellendes Spiel“ des Gymnasiums Wildeshausen unter der Leitung von Ingo Lorenz zwei Brunnen-Szenen, in denen vor allem viel Gestik und Mimik gefragt sind. „Im Freien ist die Stimme ohnehin schwer zu verstehen“, erklärt Bommersheim.

Weitere Szenen erarbeiten der VfL Wittekind, die Kindergärten „Schatzinsel“ und „Sternschnuppe“, die evangelische Jugend sowie die Hunte- und die Wallschule überwiegend eigenständig. Auch die Samba-Gruppe „Acompasso“ ist involviert. Sie trommelt am 19. September um 11 Uhr die Menschen auf dem Marktplatz zusammen, um sich mit ihnen gemeinsam auf die Mittelalterreise zu begeben. Der Pilgerzug endet im Innenhof der Kirche mit der Darstellung vom Fall der Wildeshauser Stadtmauern im Jahr 1529.

„Es ist spannend, Leute, die sonst nichts miteinander zu tun haben, zusammen zu bringen“, so Bommersheim. Ohne die Kindergärten seien allein 130 Darsteller beteiligt. Eine gemeinsame Probe gebe es aufgrund dieser Größenordnung allerdings nicht.