Wildeshausen - Bei Familie Münch bleibt der Herd an diesem Sonntag kalt. „Wir haben das Streetfood Festival in Bremen und Delmenhorst erlebt und uns gesagt: Wenn es bei uns um die Ecke ist, gehen wir dort auch hin“, sagt Marian Münch aus Brettorf. Er bestellt auf dem Wildeshauser Marktplatz gerade ein „Handbrot“ mit Schinken und Käse, während seine Frau am Stand ein paar Meter weiter auf einen veganen Döner wartet. „Wir werden überall mal schauen und probieren.“

Der Marktplatz und die angrenzende Westerstraße sind gut gefüllt. Lounge-Musik sorgt für eine entspannte Hintergrundatmosphäre. Zum Start um 12 Uhr hat der Himmel seine Pforten geschlossen. Am Nachmittag kommt sogar die Sonne heraus. „Es läuft sehr gut“, meint Organisatorin Laura Augustin, die mit 17 Ständen in die Kreisstadt gekommen ist und erklärt: „Streetfood heißt, mal was anderes zu essen, in jedem Fall hochwertig und frisch.“

So sieht das offenbar auch eine Gruppe von acht Frauen und Männern aus Wildeshausen und Neerstedt. Auf dem Tisch stehen Nudeln, Pommes, Burger und Handbrot. „Wir essen alles, und jeder kann mal beim Nachbarn kosten“, sagt eine der Frauen.

Dafür ist aber durchaus Geduld gefragt; denn vor vielen Ständen heißt es Schlange stehen. „Am Samstag haben wir 7000 Besucher gezählt, zwei Stände waren sogar restlos ausverkauft“, berichtet Laura Augustin und meldet am Abend weitere 7000 Besucher für den Sonntag.

Ein Hingucker beim Streetfood Festival, das im Sommer fast an jedem Wochenende in einem anderen Ort auftischt, ist der Käfer Cabrio von Stefan Altendeitering aus Lingen. Er hat seine Pommes-Fritteuse mitten ins Auto montiert. Selbstverständlich macht er seine Pommes selbst. Die dicken Knollen mit Schale liegen frisch gewaschen in einer Wanne.

Wer Michelle Sittig aus Osnabrück an ihrem Stand beobachtet, denkt im ersten Moment, sie löffelt Eis in einen Becher. Doch am Wagen steht „Keksteigfabrik“. „Das ist ein Trend aus Amerika“, erzählt sie. Frischer Keksteig wird mit „Toppings“ verziert und ist ebenfalls ein Hingucker.

Einen Nachtisch mit Früchten und Schokolade vom Stand nebenan nimmt eine Wildeshauser Mutter mit zu ihren beiden Jungs, die auf dem Marktplatz spielen und große Holzstäbe stapeln. „Wir haben hier schon alles Mögliche probiert – Pulled Pork Burger, Pommes frites, Crêpes“, erzählen Luka und Niklas, beide zwölf Jahre alt. Für das Streetfood Festival verzichten sie dieses Jahr sogar auf den Stoppelmarkt in Vechta. Bei allen Leckereien attestieren sie aber ihrer Mutter, dass sie immer noch am besten kocht.

Doch das Streetfood Festival kommt offensichtlich an beim Publikum. „Ist mal was anderes als Gänsemarkt“, meint eine 30-jährige Wildeshauserin.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg