WILDESHAUSEN - Die Zeit, in der die Tagespflege ein Stiefkind-Dasein fristete, ist spätestens seit dem so genannten Tagesstätten-Ausbaugesetz von 2005 vorbei. Das erklärte Jugendamtsleiter Robert Wittkowski anlässlich der offiziellen Eröffnung der Wanderausstellung „Chancen durch Kindertagespflege“ am Donnerstag im Kreishaus. Bis 2013 muss für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Betreuungsplatzangebot bereit stehen. Im Kreis liege die Quote derzeit bei 24 Prozent.

Sabine Hodde-Bretzke, im Niedersächsischen Kultusministerium zuständig für die Aufsicht und Beratung von Tageseinrichtungen, sprach von einer „besonderen Herausforderung“ für die Kommunen und das Land. Bis 2013 seien in Niedersachsen mehr als 60 000 Plätze erforderlich; rund 40 000 mussten seit 2008 geschaffen werden. Die quantitative Herausforderung dürfe aber den Blick für qualitative Notwendigkeiten nicht ersetzen, so Hodde-Bretzke, die privat in Ganderkesee lebt. „Nur wenn die Qualität stimmt, führt ein Ausbau wirklich zum Erfolg.“ Daher fördere das Land Qualifizierung und Beratung.

Kreisrat Wittkowski wies vor Vertretern aus Fortbildungseinrichtungen und Tagesmüttern darauf hin, dass es 2005 im Kreis 100 Tagespflegefälle gab – mit Kosten von rund 150 000 Euro. Ende 2009 lag die Zahl bereits bei 320 und das entsprechende Budget bei 500 000 Euro.

In der Ausstellung im Foyer des Kreishauses wird auf 16 Schautafeln zum Thema Tagespflege informiert. Eine Besichtigung ist bis zum 15. September zu den Öffnungszeiten des Hauses möglich.