WILDESHAUSEN - Auch Kirchenmusiker-Kollegen von Grössler sahen und hörten zu. Einige wollen sein Stück aufführen.
Von Frank Jacob
WILDESHAUSEN - Gelungene Premiere für „Prince of Peace“, das symphonische Gospeloratorium über Jesus von Nazareth aus der Feder von Ralf Grössler. Das Publikum, darunter hochrangige Vertreter aus Kirche, Politik und Wirtschaft, war restlos begeistert. „Bombastisch. In der Form habe ich so etwas noch nie miterlebt“, kommentierte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi. „Ich finde das überwältigend. Man fühlt sich in große Opernhäuser versetzt“, meinte der Vizepräsident der Oldenburgischen Landschaft, Ernst-August Bode. Auch bei Steffen Akkermann, Leiter der Harpstedter Prager, dominierten die Superlative: „Hervorragend, großartig. Das Stück ist kreativ. Ralf Grössler ist ein begnadeter Komponist.“Beteiligt an der rund zweistündigen Aufführung in der Alexanderkirche war auch eine Gruppe der English Dramatic Society des Gymnasiums Wildeshausen. „Für die Schüler war das unheimlich spannend“, sagte Leiterin Antje Grützmacher. Nur einmal habe man im Vorfeld mit dem Orchester geprobt, sonst kam die Musik vom Band. Entsprechend groß war die Aufregung der Schüler, die vor dem gewaltigen Orchester fünf Szenen pantomimisch zur Musik darstellten. „Das war schon etwas Besonderes“, meinte Grützmacher.
Sehr zufrieden mit der Uraufführung zeigte sich Pastor Rüdiger Gryczan, der in den Reihen des Chores mitwirkte: „Für mich war es eine andere Form der Verkündigung, die wir den Menschen mitgegeben haben.“ Bei den emotionalen Stellen des Werkes habe das Publikum ebenso wie der Chor mitfühlend reagiert. Auch Küster Wolfgang Jöllenbeck stand inmitten der Sängerinnen und Sänger. Allerdings hatte er eine Doppelfunktion: Er war zugleich für die Übertragung auf zwei Leinwände in den Seitenschiffen verantwortlich und musste sich um die Technik kümmern: „Ich bin heute Abend der letzte, der die Kirche verlässt“, sagte er. Die Übertragung wurde indes nur von wenigen Besuchern in Anspruch genommen. Das Gros der Zuschauer hatte einen Platz im Mittelschiff gefunden. Dort fanden sich auch Vertreter des Oberkirchenrates aus Oldenburg, die Landeskirchenmusikdirektoren aus Oldenburg und Hannover sowie die Leiterin des Gospelchores aus Marburg ein. Dort wollen örtliche Chöre das Oratorium am 1. Advent
aufführen. Bereits im Herbst ist eine Aufführung in hessischen Hofgeismar geplant.
Grössler berichtete, dass in der Pause ein Kantor aus Berlin auf ihn zugekommen sei und gesagt habe: „Ich führe das Stück 2009 auf.“ Der Komponist zeigte sich mit dem Verlauf der Uraufführung zufrieden: „Es gab relativ wenig Patzer.“ Vor allem für den Chor sei die Aufführung sehr anstrengend gewesen, da das Stück viele Gesangspassagen enthalte.
Ein Lächeln zauberte US-Sängerin Joanne Bell zu Beginn auf die Lippen der Sängerinnen und Sänger, als diese in den Altarraum schritten. Unbemerkt vom Publikum führte die Solistin einen kleinen Tanz auf.
siehe Kultur, Seite 24
