WILDESHAUSEN - Sie beherrscht die Aquatintatechnik, ein grafisches Ätzverfahren. Die Tiermotive von Melissa Strawser sind erstmals in einer Einzelausstellung in Deutschland zu sehen.

Von Manfred Mietzon

WILDESHAUSEN - Die kleinen Sprachprobleme waren bei der Vernissage der Ausstellung „Frogs and so on“ in der Galerie Wildeshausen schnell überwunden. Seit Freitag zeigt Hartmut Berlinicke Aquatintaradierungen der Amerikanerin Melissa Strawser in seiner Galerie an der Harpstedter Straße. Frösche, Käfer, Krebse, Schlangen und andere Tiere sind die Bildmotive, die die 1966 geborene Künstlerin darstellt. Sie ist in Pennsylvania aufgewachsen und lernte drei Jahre Deutsch an der Schule. Da die meisten Besucher der Vernissage Englisch konnten, entwickelten sich schnell Unterhaltungen zwischen den Kunstfreunden und der Künstlerin.

„Ich lasse mich von der Natur inspirieren, nicht von anderen Künstlern“, erklärte die Grafikerin und Bildhauerin. Erstmals zeigt sie ihre Werke in einer Einzelausstellung in Deutschland. Die in Wildeshausen ausgestellten Aquatintaradierungen sind zwischen 2000 und 2005 bei Grafiksymposien in Portugal entstanden. Erste Anregungen bekam Melissa Strawser in ihrer Familie, dabei standen die amerikanische Volkskunst und naive Kunst im Mittelpunkt. Ihre Ausbildung erhielt die Künstlerin in London und den USA. Mit dem MA Fine Art Printmaking beendete sie ihr Studium an der Slade School of Art in London. Und hier liegen auch die Wurzeln für die aktuelle Ausstellung in Wildeshausen.

Ihr Lehrer an der Slade School war Bartolomeu dos Santos, ein Freund und Kollege von Hartmut Berlinicke. „Dos Santos war der beste Grafiklehrer in Großbritannien“, sagte Hartmut Berlinicke in seiner Einleitung zur Vernissage. Dadurch sei er neugierig auf die Werke von Melissa Strawser geworden. Ihr Umgang mit der Aquatinta habe ihn überzeugt. Die Arbeiten von der amerikanischen Grafikerin seien unverwechselbar, aber nicht gleichförmig, so Berlinicke. Durch die Verwendung collagenhaft farbiger Chinapapiere entstünden oft nur Unikate, eine für Grafiker ungewöhnliche Arbeitsmethode.

Die Aquatintaradierungen von Melissa Strawser sind in der Galerie an der Harpstedter Straße bis zum 13. Mai zu sehen. Geöffnet ist die Galerie dienstags und freitags von 19 bis 22 Uhr und nach Vereinbarung (Tel.: 04431/3164).