WILDESHAUSEN - Kann man sich in eine Landschaft verlieben? Der Maler Helmut Dohrmann kann es. Der Tessin oder besser der Gebirgsbach „Valle Verzasca“ ist seine neue Liebe. Das Ergebnis dieser Leidenschaft ist seit Freitagabend in einer Ausstellung in der Internationalen Galerie Berlinicke zu sehen.
Dohrmann, Jahrgang 1957, zeigt in seiner Werkschau einen Querschnitt seines Schaf-fens. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden aber die Eindrücke des „Valle Verzasca“. „Der Name Valle Verzasca“ bedeutet übersetzt ‚Grünes Wasser‘. Und dieses Grün des Gebirgsbaches hat mich fasziniert“, beschreibt Dohrmann seine Empfindungen. Seit 2001 bildet der Bach mit seinen Steinen, Formen und Farben den Mittelpunkt seines Schaffens.
„Davor hatte ich mich etwa zehn Jahr lang mit Schiefer befasst. Irgendwann war ich die spitzen Formen dieses Steins leid. Ich hatte eine innere Leere, habe etwas Wei-ches, Runderes gebraucht“, blickt er zurück.
Beim Stöbern in einer Bücherei stieß er bei der Reiseliteratur auf einen Bildband über den Tessin. „Die dort abgebildete Luftaufnahme eines Bachs ließ erahnen, dass dort neue Inspirationen sind“, erklärte Dohrmann bei der Vernissage. Seit dem fährt der Künstler jährlich mehrere Tage in den Tessin und lässt sich durch den „Valle Verzasca“ neu inspirieren. „Der Großteil des Ausgangsmaterials meiner Bilder basiert auf einer Fotografie“, beschreibt Dohrmann seine Arbeitsweise. Seine Werke sind jedoch nicht abgemalt. Vielmehr entstehen seine Bilder über viele Skizzen. Dabei spielt Dohrmann mit der Natur, verschiebt virtuell Steine im Flussbett, so lange, bis sich ihm ein gewollter Spannungsbogen im Bild vermittelt.
Dohrmann beschäftigt sich dabei eingehend mit dem Gestein. Er versucht, die innere Ordnung sichtbar zu machen. „Das Wasser hat an den Felsen schöne Strukturen freigelegt“, erklärt Dohrmann. Diese mäandrierenden Adern, die sich durch den Fels ziehen, finden sich auch auf seinen Bildern wieder. Sein sehr persönlicher Dialog mit der Natur zeigt sich in der Detailliebe, die seine Bilder auszeichnen.
Bis zum 2. November zeigt Dohrmann seine Werke in der Galerie Berlinicke. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags und freitags von 19 Uhr bis 22 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 04431/3164.
