WILDESHAUSEN - Die Ausbildung und Bindung von Mitarbeitern an die Wildeshauser Stadtverwaltung soll stärker gefördert werden. Der Verwaltungsausschuss (VA) habe in nicht-öffentlicher Sitzung die Notwendigkeit einer Personalentwicklung anerkannt, teilte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi mit. Zudem habe der VA signalisiert, die für diesen Prozess erforderlichen Ressourcen bei den Haushaltsberatungen zu berücksichtigen.
„100 Stunden fehlen“
Hintergrund dürfte auch die hohe Fluktuation im Stadthaus sein. Seit dem Amtsantritt Shahidis im Herbst 2006 haben unter anderem Erster Stadtrat Willi Möser, Bauamtsleiter Wilfried Johannes, Kämmerin Katrin Albertus-Hirschfeld, Klaus Viehmeier, Hermann Brunken, Laura Wielewicki und Timo Nesemann das Stadthaus verlassen. Drei gingen zur Gemeinde Dötlingen. Jüngst haben Maik Utikal, Nicole Bieschke und Monika Oetken ihren Abschied angekündigt. Ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden wollte, führte dies unter anderem auf fehlende Perspektiven zurück.
Auch der Stadtrat hatte über notwendige Stellenbesetzungen zu entscheiden (die NWZ berichtete). Mit 13 Ja- und neun Nein-Stimmen beschloss der Rat, im Rahmen der Haushaltsberatungen die Wiederbesetzung und Umwandlung einer Stelle im Kurbad zu klären. Shahidi hatte darauf hingewiesen, dass hier eine Unterdeckung von 100 Stunden bestehe. Spätestens wenn Frei- und Hallenbad in einer Übergangszeit parallel geöffnet hätten, könne dies zu Problemen führen. „In einer Krankheitsphase müssen wir uns Gedanken über die Öffnungszeiten machen“, so der Bürgermeister. Er schloss nicht aus, dass im Notfall das Bad mehrere Tage lang ganz geschlossen bleiben müsse.
Einstimmig sprach sich der Rat dafür aus, aufgrund des Mehraufwands im Sitzungsdienst eine Stelle auf Vollzeit aufzustocken. Für das Teilprojekt „Eröffnungsbilanz“ zum ersten doppischen Haushalt soll keine Aushilfe eingestellt werden. Hier werde Jens Bunger, verantwortlich für die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR), die Arbeit übernehmen. Er soll mit der Fortführung des Teilprojekts „Eröffnungsbilanz“ beauftragt werden. Eine Aushilfe werde nicht mehr ausgeschrieben, entschied der Rat. Für den Bereich „Steuern und Abgaben“ soll eine Stelle wieder ausgeschrieben werden.
Aushilfe für Dorferneuerung
Auch im Fachbereich Bürger werden die Wochenarbeitszeiten einiger Mitarbeiter aufgestockt. Im Bauamt soll wegen der Dorferneuerungsmaßnahme eine Aushilfe eingestellt werden. Shahidi hatte zuvor dargestellt, dass andernfalls Rückstände im Bereich Tiefbau nicht abgearbeitet werden könnten. Zwei Mitglieder der CDU/FDP-Mehrheitsgruppe, Karl-Wilhelm Jacobi und Lars Kosten (FDP), stimmten konsequent gegen die Personalwünsche. Ihr Argument: So lange noch Zeit sei, in alten Akten im Keller nachzuforschen, gebe es offenbar noch ausreichend Personalkapazitäten.
Im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung erhielt Shahidi keine Mehrheit für einen weiteren Vorschlag: Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten Charlotte von Olearius soll vorerst nicht nach TVöD eingruppiert werden.
