WILDESHAUSEN - Löwensen und Löwe – diese beiden ähnlich klingenden Nachnamen werden die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Wildeshausen sicherlich häufiger einmal verwechseln. Lars Löwensen ist seit zwei Jahren Pastor in der Kreisstadt, Markus Löwe wird es aller Voraussicht nach ab 1. September sein, sofern der Oberkirchenrat in Oldenburg dem Votum des Gemeindekirchenrates folgt. Damit wäre die Vakanz, die durch den Fortgang von Pastor Matthias Selke entstanden ist, nach nur einem halben Jahr beendet.
Beim Vorstellungsgottesdienst am Sonntagvormittag in der Alexanderkirche konnte sich die Gemeinde ein Bild von den Predigerqualitäten des 45-jährigen Theologen machen, der sich mit dem sichtbaren Vergänglichen und dem unsichtbaren Unvergänglichen beschäftigte und wie dieses mit dem Österlichen in Verbindung steht.
„Prima gemacht“, „Das war sehr schön“ waren einige der Reaktionen, die Löwe am Ende des Gottesdienstes von den Kirchgängern hörte. Großes Interesse bestand auch am anschließenden Kirchenkaffee im Remter, in dem Löwe der Gemeinde Fragen beantwortete. Kirchenratsmitglied Franz Duin moderierte die gesellige Runde und tappte dabei prompt in die „Namensfalle“, indem er die Pastoren Löwe und Löwensen einmal namentlich verwechselte.
Doch der sympathische Bewerber um das Wildeshauser Pastorenamt nahm es mit Humor. Er betonte, sich nach seinen ersten Eindrücken sehr gut vorstellen zu können, in der Huntestadt arbeiten und mit seiner Familie leben zu können. Ehefrau Ulrike und die Kinder Anna (13), Tobias (11) und Christoph (8) hatte er an diesem Tag mitgebracht.
Noch lebt die Familie in Kopenhagen, wo Löwe seit sechs Jahren in der deutsch-dänischen St.-Petri-Gemeinde tätig ist. Sein Vertrag endet hier zum 31. Juli dieses Jahres. Vor seiner Zeit in Dänemark arbeitete der gebürtige Delmenhorster zehn Jahre lang als Seelsorger in der Diaspora Damme. „Ich bin liebend gerne Pastor und liebe die ganze Vielfalt dieses Berufes – von der Kinder- und Jugendarbeit bis zu den Senioren“, sagte 45-Jährige. In Wildeshausen beeindrucke ihn nicht nur die schöne Kirche als Gottesraum, sondern auch „dass es eine Gemeinde ist, die singen kann“.
Aufmerksam wurde die Gemeinde auf Löwe durch Pastor Löwensen, der seinen Kollegen bereits seit vielen Jahren kennt. „Schon nach meinem ersten Gespräch mit dem Gemeindekirchenrat habe ich alle anderen Optionen abgesagt“, verriet Löwe. „Es passt einfach“, stellte auch Franz Duin am Sonntag fest. Der Gemeindekirchenrat kam nach dem Kirchenkaffee zusammen und sprach sich für Löwe aus. Nun fehlt nur noch das Okay aus Oldenburg.
