WILDESHAUSEN - Erbschein, Erbvertrag, Testament, Pflichtteilsberechtigte oder Vorausvermächtnis – das sind nur einige der wichtigen Stichworte des Erbrechts, die Rechtsanwalt und Notar Martin Delank am Montagabend im DRK-Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen vor knapp 30 Interessierten in einem Vortrag mit Diskussion näherbrachte.
Delank hat seine Kanzlei in Harpstedt, ist aber auch in der Kreisstadt Wildeshausen in einer Sozietät seit 1989 mit den Berufskollegen Joachim Musch und Dr. Sven Olaf Jacobsen präsent. „Hier in Wildeshausen stelle ich die Grundsätze um das Erbrecht das erste Mal in einer derartigen Vortragsveranstaltung vor“, erklärte er. Doch zunächst stellte der Jurist die Frage: „Wer hat schon ein Testament geschrieben?“ Alle Finger blieben unten. Es bestand Beratungsbedarf.
Delank beschrieb, dass das Erbrecht mit 460 Paragraphen ein Fünftel und damit einen Großteil der Rechtsprechung einnehme und im Wesentlichen um 1900 verfasst worden sei. Die Zuhörer erfuhren ferner etwas von den grundsätzlichen Erbregeln, Gedanken bei der Gestaltung eines Testaments und den Folgen von Falschformulierungen. Ein unter notarieller Beurkundung verfasstes Testament könne am Ende Kosten sparen. Wird kein Testament errichtet, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. „Erst erben die nächsten Verwandten und der Ehegatte, dann die weiteren Verwandten. Freunde und Institutionen nicht.“
Im Falle einer verwitweten Mutter mit einem Sohn ist dies kein Problem. Nach dem Tod der Mutter erbt der Sohn. Schwieriger wird es schon, wenn einer der Ehegatten (Ehegatten-Erbrecht) stirbt und mehrere Kinder der Familie angehören. Ein Beispiel: Nach dem Ehegattenerbrecht (ohne Ehevertrag, gesetzlicher Güterstand) erhält der Ehegatte nach dem Tod seines Ehepartners laut Erbquote ein Viertel. Dazu kommt die Zugewinnquote (ebenfalls ein Viertel). Damit beläuft sich die Gesamtquote auf die Hälfte des Erbes. Die Kinder/Abkömmlinge erhalten die Restquote (andere Hälfte).
Aufgrund der guten Akzeptanz stellte Delank einen weiteren Vortrag zur „Vorsorgevollmacht“ in Aussicht. Einen Termin gibt es noch nicht.
