WILDESHAUSEN - Harry Schipper kommt aus Gelderland: Seit vielen Jahren kennen ihn die Wildeshauser als Weihnachtsbaum-Verkäufer.

Von Jan Kuhlmann

WILDESHAUSEN - „Ist der Holländer auch wieder da?“, sollen Weihnachtsbaumkäufer in Wildeshausen schon gefragt haben. Seit Sonnabend ist er es: Harry Schipper, im Hauptberuf freier Journalist in Harderwijk in der niederländischen Provinz Gelderland, hat den Kugelschreiber beiseite gelegt und verkauft wieder an der Delmenhorster Straße Weihnachtsbäume – wie seit fast 15 Jahren. „Koert Nijboer ist ein alter Kumpel von mir“, erklärt der 46-Jährige sein Engagement als „Saisonarbeiter“ mit der Freundschaft für seinen niederländischen Landsmann, der einer der größten Weihnachtsbaumhändler in der Wittekindstadt ist. Mit Wildeshausen verbindet ihn sogar noch mehr: Er ist Mitglied der Schützengilde und ist stets bei den Feiern und Ausflügen der „Kanoniere“ mit dabei.

Wenn sich wie am Sonnabend der Schnee in dicken Flocken auf die Stadt senkt, ist das für Harry Schipper ideales Wetter für den Weihnachtsbaumverkauf. „Es ist nicht mehr so wie früher, dass man mit der Axt in den Wald ging, um einen Tannenbaum zu schlagen“, erläutert er. Aber die Menschen lieben es, wenn der Baumkauf zu einem winterlichen Erlebnis wird. „Ein bisschen Romantik muss sein“, schmunzelt der Niederländer.

Im Angebot hat er ausschließlich Nordmann-Tannen. Seit dänische Baumschulisten vor fast 20 Jahren aus kaukasischen Setzlingen den idealen Weihnachtsbaum züchteten, will kaum noch jemand Blaufichten oder andere Bäume haben. „Sie nadelt spät und sieht aus wie gemalt“, beschreibt Harry Schipper die Vorteile der Nordmanntannen.

Allerdings: Der Preis ist im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. Zirka 12 bis 25 Euro muss ein Weihnachtsbaumkäufer heute bezahlen, je nach Größe und Form des Gewächses.

„Vor acht Jahren hat die dänische Regierung die Subventionen für Baumschulen gestrichen, die Nordmanntannen anbauten“, erläutert Koert Nijboer. Das Ziel, den Weihnachtsbaum als Exportschlager des kleinen Königreiches zu etablieren, war durch die zehnjährige Subventionierung erreicht worden, doch seien zahlreiche Baumschulisten nach der Streichung der Fördergelder wieder aus der Produktion ausgestiegen. Die Verknappung des Angebotes zeige sich jetzt im Preis, denn eine 1,80 Meter große Nordmanntanne brauche acht Jahre zum Wachsen.

Ob sich die Preiserhöhung im Absatz niederschlägt, ist noch nicht abzusehen. „In den letzten Tagen vor dem Fest läuft der Verkauf erst so richtig an“, berichtet Koert Nijboer aus langjähriger Branchen-Erfahrung.