WILDESHAUSEN - „Knut ist ja auch da“, riefen viele Kinder beim Besuch des Weihnachtsdorfes auf Gut Spascher Sand. Ein Eisbär auf einem Weihnachtsmarkt gilt als Seltenheit. Tatsächlich steckte in dem weißen Fell Adriano Angermann, der sich am Wochenende unter die Gäste auf Gut Spasche mischte, viele mit Handschlag begrüßte und sich bereitwillig mit Kindern fotografieren ließ. Die Idee zu der ungewöhnlichen Aktion hatte die Fotografin und Künstlerin Marianne Steinkamp. „Schließlich hat der Knut im Berliner Zoo gerade seinen ersten Geburtstag gefeiert“, berichtete sie. Das Kostüm hatte Steinkamp eigens aus einem Münchner Theaterfundus geordert.

Die Wildeshauser Fotografin war eine von 22 Ausstellern, die am Wochenende das Weihnachtsdorf auf Gut Spasche zum Leben erweckten. In der Schulaula priesen Curt R. Lehmann und einige Schüler Selbstgebasteltes an, darunter Tiermodelle aus Keramik, an. „Der Erlös ist für Kinder in Afrika“, berichtete der Pädagoge. Derzeit sei man auf der Suche nach einer Partnerschule in Afrika. Ein besondere Hingucker in der Aula waren die stählernen Spiralen mit Kristallglaskugeln des Künstlers Stefan Wiese aus Munderloh.

Im „Eulennest“ präsentierten unter anderem die Delme-Werkstätten (Ganderkesee) Handwerkliches aus Holz. In kurzer Zeit ausverkauft waren die Riesensterne aus Holz, wie Betriebsleiter Jürgen van Mark berichtete. Gleich nebenan verkaufte das Glasstudio Hildegard Jacobi Figuren aus dem Erzgebirge und Leuchtsterne. Dörte Henkel bot Schmuck an; Kerstin Büse Weihnachtsdeko. Gern nutzten Kinder die Gelegenheit, mit kleinen Keramik-Ziegeln Türme oder Bögen zu bauen.

Ohnehin wurde für die Jüngsten zahlreiche Mitmach-Aktionen geboten: In einer mongolischen Jurte zeigte Regine Schumann, wie beim Filzen mit Schafwolle aus Murmeln Zauberkugeln werden. In der Bibliothek zog Almut Norden die Kinder mit der Geschichte vom „Sternenzauber“ in ihren Bann. Und in der einstigen Mühle hatte Konditormeister Lutz Brockshus erstmals eine Lebkuchenbäckerei eingerichtet. Mit Zuckerguss, Mandeln oder Schoko-Streuseln konnten sich die kleinen Besucher ihre eigene Leckerei erstellen.

Bunt auch das Rahmenprogramm: Da trat die Zirkus-AG auf der Bühne am Pferdestall auf. Die „wilden Tiger“ ernteten ebenso viel Applaus wie die „Seehunde“, die mit dem Lied „An der Nordseeküste“ aus dem Stall gelockt werden mussten. Es sang der Männerchor Euphonia. Bei einer Tombola lockten wertvolle Preise. Und natürlich war auch der Nikolaus ständig unterwegs, um die Kinder mit Leckereien zu erfreuen. Bis zum Sonntagabend passierten etwa 5000 Besucher die Kassenhäuschen – rund 3000 weniger als vor zwei Jahren. „Ein besonderes Lob gebührt den Helfern, darunter viele Kinder“, so Organisator Oliver Lohrmann.