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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ausstellung: Das Verschüttete aus der Tiefe heben

27.10.2020

Wilhelmshaven Die israelische Künstlerin Yehudit Sas-portas hat die Kunsthalle Wilhelmshaven in eine Gesamtinstallation verwandelt. Die vertraute Architektur mit dem weißen Stoffhimmel hat sie mit quer gezogenen Wänden und viel schwarzer Farbe durchbrochen. Die Reduktion auf Schwarz-Weiß charakterisiert auch ihre Arbeiten.

Malerei, Film, Fotos, Skulpturen und Zeichnungen führen die Besucher in sumpfige Moorlandschaften und düstere Bunker. „Die Künstlerin geht davon aus, dass wir alle etwas in uns tragen, das unhörbar im Unterbewusstsein verschlossen wurde und das es freizulegen gilt“, erläutert Petra Stegmann, Leiterin der Kunsthalle Wilhelmshaven.

Unterirdische Zeitzeugen

Als Gleichnis unseres Unterbewussten hat Sasportas nicht zufällig den Bunker gewählt. Die Marinestadt besitzt gleich mehrere dieser architektonischen Zeitzeugen, deren Erinnerungen in den massiven Mauern nahezu hermetisch eingeschlossen sind. Die Vorstellung des menschlichen Bewusstseins als mentales Bauwerk ist zugleich eng verknüpft mit ihrem Projekt „Liquid Desert. The Archeo- logy of the Unseen“. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Stätte in der Wüste Negev, die aus 49 Räumen besteht. Einzelne Ansichten dieser erdachten Seelenarchitektur sind in der Ausstellung zu sehen.

Ein natürliches Pendant innerer Landschaften stellen die Moore da, die Sasportas in Gemälde, Fotos und Videos überführt. Viele Motive stammen aus dem Restmoor Dreesberg, einem Naturschutzgebiet im Landkreis Cloppenburg. Schon vor vielen Jahren hat sie den Ort als Sinnbild ihrer künstlerischen Intention für sich entdeckt. Das Moor konserviert und umschließt alle Dinge, die im Sumpf untergehen.

Verschlungen und undurchdringlich erscheinen auch Bäume und Blattwerk, in die sich mitunter abstrakte Formen hineinmischen. Gemalt auf großformatige MDF-Platten, führen präzise eingefräste Linien sinnbildlich in die Tiefe. Bunt sind allein die Irrlichter, die in der Filminstallation „The Light Workers“ wie Zeichen metaphysischer Energien über dem Moorwasser auftauchen.

Sphärische Klänge

Kenner von Paul Celan, Jaques Derrida oder Kasimir Malewitsch werden noch weit mehr in der Ausstellung entdecken, die jedoch ebenso funktioniert, wenn man die Geschichten hinter den Bildern nicht kennt. Die Schau zieht den Betrachter vor allem durch die sphärischen Klänge in den Bann, die den Werken unterlegt sind. In einer Verdichtung aus Naturaufnahmen, klassischer Musik und eigenen Tonexperimenten, sollen sie abermals an unseren Bewusstseinsstrukturen rütteln. Aktuell schreibt die Künstlerin einzelne Tonfrequenzen in eine Serie von Keramikskulpturen ein. Eine dieser „Mines Sentences“ wird im Banter See versenkt.

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