WILHELMSHAVEN - Ist der Patient „Banter See“ therapierbar? Bis Mitte dieses Jahres endlich Klarheit in ein trübes Gewässer bringen: Das haben sich die Lokalpolitiker und Verwaltungsfachleute vorgenommen.
In der Sitzung des Eigenbetriebes „Grundstücke und Gebäude der Stadt Wilhelmshaven“ (GGS) stellte Harald Witte, Abteilungsleiter Bestandsbetreuung, die Pläne vor. Die Wasserqualität im Banter See und die geplanten Wohn- und Gewerbeflächen am Nordufer (ehemalige Banter Kaserne) müssten zusammen betrachtet werden. Ein externer Moderator (zwei Büros haben Angebote abgegeben) soll das vorhandene Wissen (24 Gutachten und Befragung von Zeitzeugen) zusammentragen und auswerten. Hinzu soll der Experte, so Witte, recherchieren, wo und welche Erfahrungen es bei der Bekämpfung der Blaualgenplage gibt.
Oliver Leinert, GGS-Betriebsleiter, wies noch einmal auf Widersprüchlichkeiten in den seit 1992 angefertigten Gutachten hin; unterschiedliche Ergebnisse gibt es bei den Gründen für das Wachstum der Cyanobakterien (Blaualgen), bei der Frage, ob das Sediment auf dem Grund des ehemaligen Hafenbeckens eine Phosphatquelle ist, und ob eine Durchmischung wie beim sogenannten Freistrahlverfahren sich positiv oder negativ auswirkt. Einig seien sich alle Experten, so Leinert, dass das Stickstoff-Phosphat-Verhältnis unausgewogen ist, dass 15 Grad Celsius die optimale Wassertemperatur und dass der pH-Wert konstant ist.
Der Moderator soll Mitte dieses Jahres Handlungsempfehlungen im Schulterschluss mit dem Arbeitskreis „Banter See“ (in dem Vertreter der Verwaltung und Behörden sitzen) ausarbeiten. „Die Maßnahmen im Beschlussvorschlag müssen inhaltlich genau beschrieben und durchkalkuliert sein“, stellte Witte klar.
Heinz Weerda (CDU) verwies auf die verpasste Chance, durch Schilfanpflanzungen die Wasserqualität verbessert zu haben. „Wir müssen ehrlicherweise von einem Banter Hafenbecken sprechen – und noch nicht von einem See.“
Von dem Ergebnis macht Hans-Jürgen Kempcke (SPD) abhängig, ob es überhaupt ein Mischgebiet aus Wohnen und Gewerbe am Nordufer des Sees geben wird.
Auf die aus seiner Sicht immer noch nicht gelöste Parkplatzproblematik wies Horst Radmer (FDP) hin. „Im Bereich Emsstraße/Jadeallee gibt es, wenn alles fertig ist, nicht genug Parkflächen – gerade, wenn es Veranstaltungen im Hotel und/oder im Pumpwerk gibt.“ Ein Ausweichen auf den Valoisplatz sei nicht hinnehmbar.
