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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Sinnlichkeit mit Schlagkraft

02.11.2018

Wilhelmshaven Welche Möglichkeiten die klassische Musik abseits vom Mainstream bietet, das haben das Dogma Chamber Orchestra und Elbtonal Percussion im 2. Sinfoniekonzert am Mittwoch in der Wilhelmshavener Stadthalle vorgeführt. Das Konzert, das ganz „klassisch“ mit Mendelssohn Bartholdys Streichersinfonie Nr. 12 g-Moll begann, endete spektakulär: mit der „Carmen-Suite“ für Schlagzeug und Streicher von Rodion Schtschedrin.

Neues Gewand

Das waren zum Abschluss des Programms 40 sinnliche Minuten, in denen – komprimiert – die beliebten Melodien der Oper in einem neuen Gewand erklangen. Der Komponist Rodion Schtschedrin, der diese Ballettmusik für seine Frau Maya Plisezkaja, Primaballerina des Bolschoi Theaters, schrieb, verdichtete das musikalische Material der Oper zu einer Suite, in der der Einsatz von Röhren und anderen Schlagwerken im Zusammenspiel mit den Streichern zusätzliche Effekte lieferte, die die Dramatik der Handlung mit der Ermordung Carmens als Höhepunkt unterstrichen.

Zum Auftakt spielte das Dogma Chamber Orchestra Mendelssohn Bartholdys Streichersinfonie Nr. 12 g-Moll mit weicher Tongebung. Bemerkenswert die dynamischen Feinheiten und der religiös-kontemplative Touch, der das Andante auszeichnete.

Zwischen Mendelssohn und Carmen-Suite bot Elbtonal Percussion virtuoses Schlagwerkspiel mit verblüffenden Effekten. Bei Nebosja J. Zivkovicˋ „Trio per uno“ schwellen Pauken- und Trommelwirbel an und ab und verdichten sich zum Schluss zum perkussiven Tsunami. Radioheads „Daydreaming“ in der Version von Jan-Frederick Behrend hat stark psychedelische Tendenzen und „The Wave“ von Keiko Abe, von Karou Wada und Andrej Kauffmann als Concertino für Marimbaphon und vier Perkussionisten bearbeitet, geriet zu einem unorthodoxen und exzessiven Klangrausch japanischen Stils.

Eimer als Instrument

Von Mikhail Gurewitsch, dem Konzertmeister des Dogma Chamber Orchestras, der das Konzert moderierte, stammt eine der beiden Zugaben mit dem Titel „Atmen“. Bei der zweiten Zugabe wurde deutlich, dass sich auch Plastiktonnen und -Eimer als Instrumente eignen, wenn man gekonnt auf sie einschlägt beziehungsweise zirkusreif durch die Luft wirbeln lässt. Ausnahmslos alle Darbietungen wurden vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen.

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