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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Landesbühne Niedersachsen Nord: Wenn jeder von ihnen der Mörder sein könnte

19.11.2019

Wilhelmshaven Leise rieselt der Schnee hinter dem Fenster des alten Hauses Monkswell Manor. Hier, unweit von London, eröffnet das junge Paar, bestehend aus Mollie (Mona Georgia Müller) und Giles Raston (Jan-Eric Meier), am heutigen Tage eine Pension. Und ein besonderer Tag soll es sein, erklingt doch bereits zu Beginn aus dem Radio, was die Protagonisten nun umtreiben wird. Während Mollie und Giles, schwer verliebt und ein bisschen unbeholfen, die Vorbereitungen für die ersten Gäste treffen, ist zu hören, dass in London eine Frau ermordet wurde. Zunächst ist das kein Grund zur Beunruhigung – zunächst.

Überzeugten auf der Bühne (von links): Franziska Kleinert, Jördis Wölk, Christoph Sommer, Mona Georgia Müller und Philipp Buder.

Dann schneien im wahrsten Sinne des Wortes die Gäste herein, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist der junge Architekturstudent Christopher Wren, in seiner sonderbaren, aufdringlichen Art perfekt verkörpert von Philipp Buder. Da ist die mit allem unzufriedene Mrs. Boyle, die alles in der Pension „sehr unerfreulich findet“, herrlich gespielt von Franziska Kleinert, da sind die distanzierte, geheimnisvolle Miss Casewell (Jördis Wölk) und der pensionierte Offizier Major Metcalf (Christoph Sommer). Überraschungsgast Mr. Paravicini (Johannes Simons) hat die Pension als einziger der Gäste nicht Wochen im Voraus gebucht, sich mit dem Auto überschlagen und spontan in der Herberge Unterschlupf gefunden.

So weit, so gut. Doch dann erhält Mollie einen Anruf: Die Spuren des Mordes führen in die Pension. Auf Skiern trifft Sergeant Trotter (Sven Heiß) ein. Der Mörder des Londoner Opfers hat sein Notizbuch verloren, darin die Adresse dieser Pension. Die Erkennungsmelodie des Mörders: Das Kinderliedchen von den drei blinden Mäusen. Folglich erwartet Sergeant Trotter, dass es zu zwei weiteren Morden kommen wird – und, dass der Mörder unter ihnen ist. Nur: Wer ist es? Denn verdächtig ist irgendwie jeder. Spätestens, als sich herausstellt, dass die Telefonleitung absichtlich gekappt wurde, spitzen sich die Ereignisse zu.

Die Inszenierung der Berliner Regisseurin Franziska Ritter und der Dramaturgin Kerstin Car bleibt der Vorlage von Agatha Christie bis auf einige Verknappungen weitgehend treu. Auch das Bühnenbild von Susanne Ruppert hält sich exakt an die Regieanweisungen und besticht durch Liebe zum Detail.

Das Theaterstück für die Landesbühne Niedersachsen Nord lebt von Unterhaltsamkeit und schnellen Dialogen. Vor allem aber ist es der Strauß an eigenartigen Charakteren, die zwangsläufig miteinander umgehen müssen, der dazu beiträgt, dass es auf der Bühne nicht langweilig wird. Und das wiederum ist eine Leistung der hervorragenden Schauspieler. Insgesamt erlebte der Zuschauer einen wenig tiefgehenden, dafür aber umso unterhaltsameren Theaterabend, der für Schreckmomente und Lacher sorgte.

Wer am Ende der Mörder ist, wird selbstverständlich nicht verraten. Darum werden die Gäste am Ende der Premiere gebeten.

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