WILHELMSHAVEN - Peter Behrends hat in seiner Karriere viele Höhen und Tiefen erlebt. Mit dem Musical „Sternenhimmel“ soll es wieder vorangehen.

Von Wolfgang Wittig

WILHELMSHAVEN - 20 Jahre nach dem Höhepunkt seiner bisherigen Karriere brechen für den Trommler von Trio neue Zeiten an. Der Mann, der einst mit versteinerter Miene das Schlagzeug bearbeitete, steht vom 8. April an auf der Bühne des Delphi-Show-Palastes in Hamburg-Eimsbüttel.

Anfang der 80er-Jahre war Peter Behrends mit seinen beiden Mitstreitern auf der Erfolgswelle geschwommen und hatte nicht nur in Deutschland die Charts erobert. Das damalige Domizil in Großenkneten wurde für viele Fans zur Pilger- und Kultstätte der Neuen Deutschen Welle (NDW). Doch 1985 war Schluss. Nichts ging mehr mit „Da, da, da. . .“. Die Neue Deutsche Welle ebbte ab, es wurde ruhig um Stephan Remmler, „Kralle“ Krawinkel und Peter Behrends.

Remmler kümmert sich heute auf Lanzarote um die musikalische Karriere seiner drei Söhne, und Krawinkel sonnt sich im Süden Spaniens. Auch für den in Wilhelmshaven lebenden Behrends scheint wieder die Sonne zu lachen. Ein Auftritt in der TV-Sendung „Quizfire“, zusammen mit Frl. Menke, brachte den Inhaber des Delphi-Show-Palastes in Hamburg, Horst Kuska, auf den Plan. Nun spielen Frl. Menke und Behrends die Hauptrollen in dem NDW-Musical „Sternenhimmel“.

„Ich habe in meinem Leben schon so einiges mitgemacht. Theater spielen und dabei noch singen – davon habe ich zwar immer wieder geträumt, aber nie geglaubt, dass das einmal passieren wird“, sagt der 57-Jährige.

Behrends, in Texas geboren, kam im zarten Alter von vier Jahren mit seinen Adoptiveltern nach Oldenburg und begann in einer Baumhütte auf einer leeren Waschpulverpackung mit dem Trommeln. Von diesem Zeitpunkt an träumte er von einer Karriere als Schlagzeuger.

Nach dem großem Coup mit Trio kam der tiefe Fall. 1984 musste Behrends für neun Monate hinter „schwedische Gardinen“, weil er ohne Führerschein gefahren war. Alkohol spielte auch eine Rolle. „Schön war das nicht“, erinnert er sich, „aber da zu dem Zeitpunkt noch genug Geld da war, konnte ich mir die Kanzlei Bossi in München leisten. Die haben es geschafft, dass ich als Freigänger arbeiten durfte.“ Abends in seiner Zelle hatte er genügend Zeit, um das Drehbuch für den Film „Drei gegen Drei“ zu studieren. Das von Bernd Eichinger produzierte Spektakel mit Trio in der Hauptrolle war allerdings ein totaler Flop.

Peter Behrends hat viel Geld verdient und wohl noch mehr ausgegeben. Nach der Auflösung von Trio wurden noch einige Singles aufgenommen, doch Erfolge blieben aus. Mit kleinen Bands ging es auf Tournee, um sich finanziell über Wasser halten zu können. Highlights waren jedoch gemeinsame Auftritte mit John Lee Hooker in Boston (1996) und sein Gastspiel im Zirkus Roncalli (1995). In Wilhelmshaven kümmerte sich Behrends in den vergangenen Jahren um Jugendliche und brachte ihnen das Schlagzeugspielen bei.

Derzeit muss Behrends hart auf der Musicalbühne proben, wo er den Campingplatzwärter Lehmann spielt. Sogar Gesangsunterricht gehört zum wöchentlichen Pensum. „Vielleicht kommt ja auch Stephan Remmler zur Premiere“, schmunzelt der Trio-Star, „der wird sich wundern, wenn ich mich in seiner Stimmlage mit ,Herz ist Trumpf’, ,Da, da, da. . .’, ,Turaluraluralu’ und ,Anna’ in die Herzen der Zuschauer singe.“

Tickets und Infos unter Tel. 040/4 31 86 00

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