Wilhelmshaven - Die Konzertsaison 2018/19 in der Wilhelmshavener Stadthalle endete am Montagabend mit einem Klassik-Knüller. Das Sinfonieorchester Basel interpretierte auf höchstem Niveau drei Kompositionen der französischen Orchesterliteratur – Gabriel Faurés „Masque et Bergamasque“ op. 112, das Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33 von Camille Saint-Säns und die „Symphonie fantastique“ op 14 von Hector Berlioz.
Mit der elegant-heiteren Orchestersuite von Fauré eröffneten die Baseler das Programm. Igor Bolton gab seinen Musikern reichlich Gelegenheit, in schwelgerischen Klängen zu „baden“. Auch ein Ausfall der Pultbeleuchtung, was zu einer kurzen Zwangspause führte, minderte die Spielfreude des Schweizer Elite-Orchesters nicht.
Die lieblichen Melodien und temperamentvollen Läufe, die das Cellokonzert Nr. 1 a-Moll von Camille Saint-Säns durchziehen, waren bei Kian Soltani in besten Händen. Imponierend die Geschmeidigkeit der Kantilenen, die hochvirtuosen Passagen, die Soltani mit Esprit und so präzise spielte, als wäre er ein Schweizer Uhrwerk. Gabriel Faurés „Elegie“, die Soltani als erste von zwei Zugaben auflegte, war Poesie pur.
Nach der Poesie vor der Pause folgten Exzentrik und Ekstase: Hector Berlioz schwelgt eingangs seiner Symphonie fantastique op. 14 geradezu in Verzückungen, um sich dann sehr unterschiedlichen Themen zuzuwenden: Eleganz kennzeichnete die Ballszene, heftige Paukenwirbel gaben dem „Gang zur Hinrichtung“ etwas Gespenstisches. Nicht nur beim gewaltigen Schluss entstand der Eindruck, dass sich die Musiker von Ivor Bolton gern begeistern lassen. Das Ergebnis: Interpretationen ohne jeden Makel und auf Weltklasseniveau.
