Bad Zwischenahn - „Windträume – eine wundersame Reise zu sich selbst“ hieß das erste Buch des Zwischenahner Autors Jens Koch – alias Jando. 2002 geschrieben, sorgte es mit seiner Veröffentlichung im Jahr 2010 für einige Aufmerksamkeit und gute Verkaufszahlen – wirklich glücklich war Jando damit aber nicht. Zum einen, weil sein Verlag das Werk ganz und gar nicht so umgesetzt hatte, wie er es sich vorstellte, zum anderen, weil er das Gefühl hatte, sein modernes Märchen noch nicht zu Ende erzählt zu haben.
Doch es dauerte, bevor er sich erneut der Geschichte über die Bewältigung von Trauer, Verlust und neue Hoffnung widmete. Inzwischen erschien sein Buch „Sternenreiter – kleine Sterne leuchten ewig“, es wurde ins Englische und Koreanische übersetzt und in Korea veröffentlicht. 2017 beginnen die Dreharbeiten für eine Verfilmung, ein Teil der Aufnahmen wird sogar in Bad Zwischenahn gedreht. Dann erschien im Mai 2015 noch „Traumflieger – Lena schreibt Briefe an Gott“ – erst danach konnte Jando sich wieder den „Windträumen“ widmen.
Dass Jando über Trauerbewältigung und neue Hoffnung schreibt, kommt nicht von ungefähr: „Ich habe mit dem Buch zum Teil den plötzlichen Tod meines Vaters und auch das Ende einer Beziehung verarbeitet“, sagt der 46-Jährige. „Es ist mein persönlichstes Buch.“ Eine Autobiografie ist „die Chroniken der Windträume – die Sage einer wundersamen Reise zu sich selbst“ nicht, wohl aber fließen immer eigene Erfahrungen in die Märchen von Jando ein – und diese Erfahrungen können so viele Menschen offenbar nachempfinden, dass der Autor vom Schreiben mittlerweile Leben kann.
Märchen zu schreiben, bedeutet Jando nicht etwa, für Kinder zu schreiben – jedenfalls nicht hauptsächlich. „Ich versuche, immer so zu schreiben, dass ich jedes Alter erreiche – ab acht Jahren sollten Kinder meine Bücher lesen können, sie richten sich aber genauso an Erwachsene.“
Weil der Tod in den Chroniken der Windträume eine große Rolle spielt, sei das Buch für Kinder unter 14 Jahren vielleicht schwerer zu verkraften, sagt er. „Obwohl ich den Eindruck habe, Kinder können mit dem Tod manchmal besser umgehen als Erwachsene“, findet Jando.
Wie schon „Sternenreiter“ und „Traumflieger“ hat der Zwischenahner auch die „Chroniken“ wieder in seinem eigenen Verlag Koros Nord herausgegeben. Nach den ersten Erfahrungen habe er über die Aufmachung selbst entscheiden wollen. „Richtiger Einband, starkes Papier, so muss ein Buch aussehen“, findet er. Auch bei der Illustration vertraut Jando keinem Fremden: „Das macht meine Schwester.“ Und auch am Drehbuch für den Sternenreiter-Film hat er mitgewirkt.
Die internationale Vermarktung seiner Werke allerdings übernimmt er dann doch nicht selbst: „Das macht eine Agentur, die sich auch die Übersetzungen kümmert.“ Die Betreuung seiner Leser ist dann wieder Chefsache – über seine Facebook-Seite hält er Kontakt zu Fans.
