Hude - So etwas hat man bei „Hude live“ noch nicht gehört, da waren sich alle einig. Am Dienstagabend war es als Gast in der Wassermühle eigentlich unmöglich, sich nicht zu bewegen.
Denn das Jens Wimmers Boogie-Trio hatte es in sich: Mit attraktivem Tanzrhythmus lud es jeden Besucher zum Mitzutanzen ein. Souverän spielten die drei Musiker knapp zweieinhalb Stunden inmitten von Hudes schönstem Viertel.
Pianist Jens Wimmers und seine Mitmusiker Alexander Spengler (Kontrabass) und Ali Broumand (Schlagzeug) spiegelten mit ihrer Musik genau die Lebensfreude wider, die den Boogie vor knapp 100 Jahren so berühmt gemacht hatte. Trillernde hohe Töne auf dem mit leidenschaftlichem Spiel malträtierten Klavier trafen auf kurze, sich ständig wiederholende Bassriffs. Alexander Spengler optimierte die Bass-Passagen durch eingängige Melodien, und Ali Broumand zog mit seinem exaktem Spiel das Tempo teilweise dermaßen an, dass die Besucher mit dem Klatschen gar nicht mehr hinterher kamen.
Teilweise durch Gesangseinlagen oder kurze „Schubidubidu“-Einwürfe begleitet, hauptsächlich aber instrumental begeisterte Jens Wimmers Boogie-Trio sein Publikum. Die drei Männer brachten mit Musik von Mead Lux Lewis, Benny Goodmann, Fats Waller oder Pete Johnson Füße zum Wippen und Finger zum Schnippen. In der restlos gefüllten Wassermühle zollten die Besucher dem Jens Wimmers Boogie-Trio mit tosendem Applaus Anerkennung.
Den gab es zuvor auch für die vier Klavierschüler von Musiklehrer Josef Barnickel: Noa Sofie Neumann, Sarah Spiller und Nils Neukirch spielten – teilweise das erste Mal vor größerem Publikum – gelernte Charthits, die elfjährige Angeline Siewert traute sich sogar, ein selbst komponiertes Lied vorzutragen. „Das war wirklich super“, resümierte Lehrer Barnickel anschließend beeindruckt.
Mit schneller und langsamer Musik rund ums Klavier ging der Abend schließlich zu Ende. Und so mancher Besucher tanzte – Boogie Woogies summend – nach Hause.
