• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

„Wir mussten jeden Freitag Derrick schauen“

22.12.2009

OLDENBURG Fiese Kälte und Schnee herrschen; doch das Zepter reißt für diesen Abend in der seit einem Monat ausverkauften Oldenburger Kulturetage der Jazz in heißester Form an sich. Silje Nergaard eröffnet ihren Auftritt mit dem bewegenden „Be Still My Heart“. Zunächst wirkt ihre Stimme noch ein wenig gepresst. Doch spätestens beim dritten Stück „Dreamers At Heart“ von ihrer neuen CD „A Thousand True Stories“ hat sie sich frei gesungen. Ihre wunderbar warme, samtige Stimme kommt nun voll zur Geltung.

Auch taut sie selbst immer weiter auf und kommt mehr ins Erzählen. Eine Erklärung für ihre teils deutschen Ansagen liefert die 43-jährige Norwegerin gleich mit: „Wir hatten die Sprache in der Schule. Außerdem mussten wir jeden Freitag ,Derrick’ im Fernsehen schauen.“

Gemeinsam mit ihrer begnadeten Band erschafft sie vielseitige Text- und Klanglandschaften. Perlende Edelballaden wechseln sich mit mitreißend wilden Jazznummern ab. Ihre Mitstreiter sprühen vor Spielwitz und Improvisationstalent.

Höhepunkt des Abends: eine völlig neue Interpretation ihres ersten Hits „Tell Me Where You’re Going“. War die 1990 erschienene, vom Jazzgitarren-Meister Pat Metheny produzierte Single noch eher poppig gehalten, entpuppt sich das Stück nun als brillantes Arrangement-Monster.

Zu Beginn des Lieds steigt die Band als „Ukulele Amigos“ komplett auf Ukulele um und liefert herrliche Country-Sumpfmusik. Dann geht’s zurück an die Ursprungsinstrumente. Das Schlagzeug zieht an. Eine Ray-Charles-artige Orgel setzt ein; explosiv-treibender, groovender Jazz. Unversehens steigert sich die Musik zum ekstatischen Rausch. Das ohnehin begeisterte Publikum tobt.

Den Konzertanfang aber hatte das Wolfgang Haffner Trio geliefert. Haffner (Drums), Hubert Nuss (Piano) und Lars Danielsson (Kontrabass) schlagen mit fantasievoll-dynamischem Jazz in den Bann. Selbst afrikanische Rhythmen und Klangfarben lassen sie einfließen.

Dass Jazz nicht bierernst ist, beweist Haffner, als er zwei überdimensionierte, quietschbunte Spielzeug-Plastikhammer mit „Möp“-Geräusch virtuos einsetzt.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.