Um diesen Artikel zu lesen, schließen Sie eines unserer Angebote ab oder loggen sich als Abonnent ein. Alle Inhalte auf NWZonline und in der NWZ-Nachrichten-App stehen Ihnen dann uneingeschränkt zur Verfügung.
Die Situation der Kinos ist schwierig und wird künftig wohl nicht leichter. Auswirkungen der Misere spürt auch Uwe Reimers. Die NWZ sprach mit dem Betreiber des Filmpalastes.
Von Ulrich schlüter
Frage:
Herr Reimers, wie charakterisieren Sie das derzeitige Kino-Geschäft?
reimers:
Uns geht es allen sehr schlecht – quer durch die Branche. Nach einem guten Jahr 2004 sah auch unsere Zukunft in Nordenham eher schwarz aus. Wir arbeiteten aufgrund vieler Verbindlichkeiten fast nicht mehr kostendeckend.
Frage:
Was sind die Gründe für das nachlassende Interesse?
reimers:
Die Internet-Piraterie setzt uns stark zu. Dass die Kino-Hits sehr früh auf DVD im Handel erhältlich sind, ist gleichfalls unerfreulich. Zudem spüren wir ganz deutlich, dass die Leute immer weniger Geld im Portemonnaie haben. Sie kommen nun gezielter ins Kino.
Frage:
Was stimmt sie trotz der trüben Aussichten dennoch optimistisch?
reimers:
Überraschend für mich hat sich der Animationsfilm „Madagascar“ zu einem Kassenmagneten entwickelt. Und auch „Mr. & Mrs. Smith“ zieht die Leute ins Kino. Ein Aufwärtstrend ist jetzt da, ob er anhält, weiß ich nicht.
Frage:
Wie können die Besucher wieder motiviert werden, ins Kino zu gehen?
reimers:
Es gibt dafür kein Rezept. Auch Filme, die in Amerika erfolgreich waren, garantieren keinen großen Zuspruch. Was in den USA läuft, kann in Deutschland floppen. Das alles ist nicht mehr kalkulierbar, die weitere Entwicklung eher ungewiss.
Frage:
Hat das Kino unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch eine Zukunft?
reimers:
Ich bin weiterhin optimistisch. Am Donnerstag läuft die „Insel“ an, danach kehrt der tolle Käfer „Herbie“ auf die Leinwand zurück. Ob das Kultauto aus den 70er-Jahren auch die jungen Zuschauer begeistert, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht werden wir ja positiv überrascht. Ich hoffe, dass die nächsten Filme beim Publikum ankommen.
Frage:
Schwingt bei Ihnen das Prinzip Hoffnung mit?
Reimers:
Ich war Anfang des Jahres optimistisch. Doch die neue Star-Wars-Episode brachte nicht den erwarteten Erfolg, auch „Krieg der Welten“ hätte besser laufen können. Aber es wird schon weitergehen.