Hollen - „So viele Äpfel, das gibt aber viel Saft“, lachte Stela, während sie am Dienstag die rote Plastikschüssel zur Presse trug und beobachtete, wie die goldene Flüssigkeit langsam aus dem Bottich lief. Seit Montag ist sie gemeinsam mit 27 weiteren jungen Teilnehmern auf dem Gelände des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) Hollen, Holler Weg 33, zu Gast. „Bis Sonnabend veranstalten wir hier täglich zwischen 9 und 16 Uhr ein Sprachferiencamp für Kinder aus dem Grundschulverbund der Gemeinde Ganderkesee“, erklärte Marina Becker-Kückens, Leiterin des RUZ Hollen, während sie das Treiben an der Saftpresse beobachtete.

Gemeinsam mit Astrid Fuchs von der Ganderkeseer Bürgerstiftung, Dörte Lohrenz, Schulleiterin der Grundschule Bookholzberg, und Martin Brinkmann, RUZ Hollen, hatte die Geschäftsführerin das Sprachprojekt ins Leben gerufen. Finanziert wird das Camp zum großen Teil durch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung (die NWZ  berichtete). In ihrer Arbeit unterstützt werden die Organisatoren durch praktizierende und angehende Lehrkräfte sowie viele freiwillige Helfer des Holler Umweltzentrums.

„Bei diesem Projekt steht vor allem das gemeinsame Erleben in der Gruppe im Vordergrund. Die Erweiterung des deutschen Wortschatzes kommt dann bei allen Teilnehmern von selbst“, betonte die mitwirkende Bildungswissenschaftlerin Bettina Schirdewahn.

In feste Gruppen eingeteilt, gelte es für die Sechs- bis Elfjährigen, im Lauf der Woche verschiedene Aktivitäten auszuprobieren. Die Liste der Stationen reiche dabei vom täglichen Kochen und Kuchenbacken über das Ernten auf der Streuobstwiese und anschließende Saftpressen bis hin zu sportlichen Spiel- und kreativen Bastelangeboten. „Jedes Kind hat auch eine Tagebuchmappe, in der es seine Erlebnisse festhalten kann“, so Schirdewahn weiter, „aber es soll eben nicht der Deutschunterricht im Vordergrund stehen, sondern dass die Kinder Vertrauen in die deutsche Kultur und Sprache fassen. Mit unseren Angeboten möchten wir ihnen Lust auf das Deutschlernen machen.“

„Das schaffen wir insbesondere mit unserem täglichen Kuchen- oder Waffelbacken“, war sich auch Claudia Kay, Ökotrophologin im RUZ, sicher. „Schließlich ist der Kuchen am Nachmittag doch eine typisch deutsche Tradition. Nebenbei ist er ein ganz leckerer Aufhänger für eine weitere Erkundung unseres Alltags.“

Um ihren Familien ebenfalls einen Einblick in das interkulturelle Projekt zu verschaffen, planen Kinder und Betreuer, das Camp am Sonnabend mit einem gemeinsamen Fest zu beenden.