Oldenburg - Das Stück „Der Fuchs, der den Verstand verlor“ ist ein Kleinod im Musiktheater für Kinder ab sieben Jahren. Am Sonntagnachmittag wurde es nun in der Exerzierhalle des Oldenburgischen Staatstheaters uraufgeführt, wo es nach gut einer Stunde mit Bravo-Rufen endete.
Der Niederländer Jesse Broekman (28) hat die Kinderoper nach dem Bilderbuch von Martin Baltscheit komponiert. Vom ersten Ton an ist sie ein bezauberndes Klangerlebnis aus Oper, Musical, Konzert und Schauspiel.
Hühner gackern
Hartmut Schories spielt klug den alten „Fuchs, der alles weiß, was ein Fuchs so wissen muss“. Die jungen Füchse, dargestellt von den vor Lebensfreude strotzenden, herrlich agierenden Tenören Benjamin Boresch und Richard Klein, singen seine Worte nach. Andreas Heuwagen am Schlagwerk, Lothar Schneider (Akkordeon), Carola Schaal (Klarinette) und Petia Rousseva (Bratsche) stimmen mit ein. Worte werden vertont, Töne erheben sich zur Melodie und gehen mit dem Fuchs auf Jagd, lassen die Hühner ängstlich gackern und die Hasen panisch klopfen. Die vier Musiker spielen mit großer Freude die Beute und gesellen sich mit ihren Instrumenten immer wieder zu den begeisterten kleinen Zuschauern.
Die Bühne in der Exerzierhalle befindet sich quasi in der Mitte. Die Schlafplätze der Füchse, Rutsche, Kletterhaus, Wasserbecken und Kettenlabyrinth bilden eine Klangoase, um die herum das Publikum auf zwei Seiten sitzt. Alles macht hier Musik, ob Wasser, Steine, Tonkugeln oder Spagetti.
Mit einem Lächeln
Regisseurin Sara Ostertag hat auf kleiner Bühne, die ihr ausdrücklicher Wunsch war, großartige Arbeit geleistet. Mit vielen liebevollen Einfällen setzt sie dieses neue Musiktheater für kleine und große Zuschauer eindrucksvoll in Szene. Am Ende schleicht der alte Fuchs zwar mit unsicherem Gang über die Bühne. Aber er tut es mit einem Lächeln. Bravo.
