Oldenburg - „Ist ja ’ne Stimmung hier wie auf dem nordkoreanischen Parteitag“ – Schallendes Gelächter. Ill-Young Kim hat allerdings keineswegs etwas mit dem nordkoreanischen Diktator zu tun: „Ich habe den Kontakt zu meinem Onkel schon vor Jahren abgebrochen.“

Der Junge vom anderen Ende der Welt dringt auf der Bühne in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor erlebt hat. Dabei schöpft „Kümmeljung“ aus haarsträubenden Erlebnissen, die er täglich als Deutscher mit asiatischem Aussehen macht. „Ständig fragen mich die Leute ,Siehst die Welt durch deine kleinen Augen eigentlich anders als andere?’ – Was soll ich dazu sagen? Klar, alles in 16:9! Im Übrigen sind meine Augen sonst größer, ich bin nur noch etwas fertig von der Party letzte Nacht. Fünf Mon Chérie waren kein Problem - beim sechsten: Ende Gelände.“

Ill-Young Kim ist neben Sven Bensmann und Thomas Schmidt einer der drei Comedians aus der Kult-Comedyshow „NightWash“, die Horst Fyrguth am Samstagabend in der Kulturetage präsentierte.

Mit seinem Comicshirt, der rotblauen Kappe und dem „Gesicht von der Bärchenwurst“ mag man kaum glauben, dass Thomas Schmidt nicht mehr bei Mutti wohnt. Doch der 31-jährige hat tatsächlich ein Neun-Quadratmeterzimmer in Köln, mit Hochbett, selbstredend!

Der Kölner überrascht mit seiner natürlichen und schlagfertigen Art. Nach Oldenburg ist er mit dem Flugzeug angereist. „Und das, obwohl ich panische Flugangst habe. Ich meine, wenn nur einer von den ganzen Technikern so arbeitet wie ich, dann gute Nacht!“ Für den musikalischen Teil des Abends sorgte Sven Bensmann mit seiner „ulkigen Musik“. „Mein kleines Dorf“ erzählt vom Leben auf dem Land: „Da ist der Bruder auch der Onkel und die Schwester eine Kuh.“ Ganz nebenbei lästert Bensmann über veganes Hack, Geschichtsstudenten und die GEMA.

Auch Horst Fyrguth wurde das Singen und Tanzen als Waldorfschüler praktisch in die Wiege gelegt. Mit Zeilen wie „Schon Plato war gegen die Nato“ und „Drum rat ich dir: Mach’ dir keine Sorgen, schließlich gibts ja Hartz 4“ zwang der „Rolf Zukowski für Rentner“ auch dem ernstesten „Staatsschüler“ ein Lachen ab.

Ein vielseitiger, grenzenloser und ultimativ komischer Abend mit „traumhaftem Publikum aus ausschließlich schönen Menschen“ oder wie Sven Bensmann es sagt: „Ich muss aufpassen, dass ich zum Abschied keine Träne verlier’ – verarscht, ich war nur zum Saufen hier.“