Wiefelstede - „Das geht hier viel mit Händen und Füßen, aber wir kommen klar.“ Werner Fuths und sein Kollege Wolfgang Hollerbach bewirten auch an diesem Donnerstagnachmittag im neu geschaffenen Generationencafé im Jugendhaus Wiefelstede, Am Breeden 7a, vor allem viele Asylbewerber. Syrer, Kosovaren und Russen sind gekommen. Viele von denen, die das Café besuchen, lernen gerade Deutsch. Und versuchen dann, es auch im Café zu sprechen, sagt Fuths.
Deutsch lernen
„Wir wollen den Flüchtlingen mit dem Generationencafé auch die Möglichkeit geben, mal außerhalb ihrer Wohnungen zusammenzukommen“, sagt der Leiter des Amtes für Arbeit, Familie und Soziales im Rathaus, Friedrich Schmacker. Vor allem jene Flüchtlinge, die derzeit in drei von der Kreisvolkshochschule angebotenen Kursen Deutsch lernen, besuchen das Café. Auch zwei ihrer Lehrer sind an diesem Tag da. Der gebürtige Syrer Fauaz Daud und die ehemalige Lehrerinnen Heidi von Kaldenberg sowie Ursula Steinblinck unterrichten 22 Flüchtlinge, die mittwochs, donnerstags und freitags für den Unterricht im Jugendhaus, im Rudolf-Bultmann-Haus in der Kirchstraße 8 oder in der Oberschule, Am Breeden 7-9, zusammenkommen.
Ferhad Hasso aus Syrien ist einer derer, die gerade Deutsch lernen. Seit neun Monaten lebt er in der Gemeinde, ist seiner Familie mit Bruder und Schwester gefolgt und lernt seit drei Monaten die neue Sprache. Der 27-Jährige ist schon weit gekommen, spricht bereits prima Deutsch. „Aber Du musst langsam sprechen, damit ich Dich verstehe“, sagt er. Ansonsten geht es eben auch mit Händen und Füßen. „Nicht alle lernen natürlich so schnell“, weiß Heidi von Kaldenberg: „Alles schön langsam angehen“, ist da ihre Devise.
Café für alle da
Im Generationencafé können sich die Besucher austauschen. Wobei Carsten Eikers von der Gemeindejugendpflege betont: „Natürlich sind hier auch ausdrücklich alle Einwohner aus der Gemeinde willkommen – und zwar jeden Alters.“ Es ist an diesem Donnerstag das dritte Mal, das das Café öffnet. An jedem 1. und 3. Donnerstag im Monat soll es allen Interessierten und allen Generationen ab 16 Uhr offenstehen, sagt Eikers.
Der Wiefelsteder Werner Fuths lässt sich in einem Kursus in Rastede gerade zum Integrationslotsen ausbilden, Wolfgang Hollerbach aus Gristede firmiert als Integrationshelfer. Die beiden helfen ehrenamtlich im Café. Auch Heidi von Kaldenberg und Ursula Steinblinck hatten sich eigentlich ehrenamtlich gemeldet, um zu unterrichten. Nun tun sie es im Auftrag der Kreisvolkshochschule.
Café noch neu
Ein bisschen schwer tat sich die Gemeinde, das Café zu benennen, räumen Schmacker und Eikers ein. Auch „Offenes Generationencafé“ oder „Integrationscafé“ wurden diskutiert. „Auch sie treffen das, was wir mit dem Café wollen“, sagt Eikers: „Menschen aller Generationen zusammenzubringen.“ Noch jedoch ist der Besuch von „Einheimischen“ spärlich, sagt er. Aber: „Das Café ist ja noch neu.“
