Bösel - Nachdem am Freitag bereits ein Wolf im Bereich Kampe/Sedelsberg/Harkebrügge gesichtet wurde, war es am Sonnabend erneut hier im Nordkreis. Das graue Jungtier, was vermutlich seit einigen Wochen durch das Oldenburger Land streift, wurde an diesem Tag mehrfach in Teilen der Gemeinde Bösel beobachtet.

Zunächst sah ein Landwirt aus Hülsberg das Tier am Sonnabendmorgen. An der Straße Prinzendamm, Ecke Georg-Schumacher-Straße entdeckte der Mann das Tier auf einem Acker. Er sei mit seinem Trecker hinterhergefahren und bis auf fünf Meter an den Wolf herangekommen. Das Jungtier blieb neugierig stehen und ließ sich auch von lauten Rufen des Landwirts nicht irritieren. Erst als er den Trecker wieder in Gang setzte, sei das Tier ängstlich weggerannt. Später am Sonnabend konnten zwei Holzarbeiter in Karztfehn in der Nähe des Lutzer Wegs den Wolf beobachten. „Wir haben uns gerade unterhalten, als ich den Wolf plötzlich gesehen habe“, erzählt der Petersdorfer Bernd Ewen, der das Tier zusammen mit Martin Stammermann entdeckte. „Wir haben dann schnell unsere Handys rausgeholt und Fotos gemacht“, sagt Ewen. Der Wolf habe in 50 Meter Entfernung zwar einen Moment geschaut, sei aber dann weiter gegangen. „Wir haben noch gepfiffen, aber das interessierte ihn überhaupt nicht“, sagt der Petersdorfer. Der Wolf sei weiter in Richtung Lutz zur Hauptstraße gelaufen. „Entweder ist er dann in Richtung Petersdorf oder in Richtung Oldenburg gelaufen“, so Ewen. Beide Beobachter waren über die Ruhe des Wolfes verwundert. „Der hatte überhaupt keine Angst vor uns. Das kann eigentlich kein Wildtier sein“, mutmaßt Ewen. Auch in Hülsberg habe der Wolf keine Angst vorm Menschen und höchstens vor dem Trecker gezeigt. Schäden, die der Wolf in der Gemeinde verursacht haben könnte, sind derzeit nicht bekannt.