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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Wolfsburg erforscht Nazi-Vergangenheit

18.02.2019

Wolfsburg Auf dem Gelände einer ehemaligen KZ-Außenstelle in Wolfsburg haben Archäologen mit der erneuten Suche nach Denkmälern im Boden begonnen. Nach dem Fund von Barackenresten im Stadtteil Laagberg werden ganz in der Nähe weitere Überreste aus den 1930er und 40er Jahren vermutet, wie die Stadt vor dem Beginn der Arbeiten mitteilte. Ein Wolfsburger Unternehmen möchte auf dem Gelände Wohnungen und ein Einkaufszentrum errichten. 2017 waren bei ersten Bauarbeiten dafür Fundamentreste gefunden worden. Es folgte ein heftiger Streit über den angemessenen Umgang damit.

In der Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme litten während des Zweiten Weltkriegs etwa 800 Deportierte aus verschiedenen Nationen. Nach dem Barackenfund gab es einen Baustopp, die Stadt präsentierte kurz darauf eine dreiteilige Lösung. Ein Teil der Fundamentreste soll am Fundort erhalten bleiben und dort auch sichtbar gemacht werden. Der größere Teil soll geborgen und in einer neu gestalteten Gedenkstätte präsentiert werden. Zudem soll es innerhalb der ehemaligen Lagergrenzen einen Lern- und Gedenkort geben. In diesem Bereich finden nun die aktuellen Untersuchungen statt, die bis voraussichtlich Ende Februar andauern werden.

„Bei den archäologischen Grabungen handelt es sich um ein ganz normales Vorgehen wie es bei jedem Neubauvorhaben durchgeführt wird“, erläuterte ein Stadtsprecher. Experten gehen der Frage nach, welche Denkmäler sich an dieser Stelle befinden. Das Ergebnis soll in die Vorbereitungen eines Planungswettbewerbs zur Gestaltung des Gedenkortes einfließen. Die möglichen Funde sollen dafür in ihrer Größe und ihrem Erhaltungszustand dargestellt werden. Danach sollen die Suchabschnitte verfüllt und die Grasnarbe wiederhergestellt werden.

Wegen der sensiblen Diskussion rund um die Entstehung des Erinnerungsortes erschien Ende 2018 ein Buch, das unter anderem die Bürgerbeteiligung dokumentieren soll. Mit der Veröffentlichung verschiedener Beiträge verfolgt die Stadt nach eigenen Angaben das Ziel, den Prozess transparent zu machen. Schon nach der Vorstellung der Pläne im August 2017 bezeichneten viele frühere Kritiker das Vorgehen als einen vertretbaren Kompromiss zwischen angemessenem Gedenken und dem Entstehen eines Einkaufszentrums.

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