WOLFSBURG - „Herr Zapatka, es ist gut, Herr Zapatka!“ Der Topmanager ist nervlich fertig. Bislang hat er entlassen, nun ist er selbst entlassen. In einer Gruppe mit anderen arbeitslosen Managern sucht dieser Zapatka, gespielt von Manfred Zapatka, „Unterstützung zur Karrierefortsetzung“. Um das Schicksal der Männer geht es in Urs Widmers Stück „Top Dogs“, das auch 14 Jahre nach seiner Uraufführung nicht an Kraft verloren hat. Regisseur Peter Ries hat das Stück in einer Neufassung für die Movimentos-Festwochen in der Wolfsburger VW-Autostadt auf die Bühne gebracht.

„Top Dogs“ sind die Topmanager, die das Wirtschaftsleben mit zu dem gemacht haben, was es ist. Sie wissen alle, für den Erfolg muss man knallhart sein. Dass es sie selbst knallhart erwischen könnte, haben sie nicht wahrhaben wollen. Urs Widmers Kapitalismuskritik aus den 90er Jahren ist seit Lehmann Brothers und Wirtschaftskrise aktueller denn je.

Für Autostadt-Kreativdirektorin Maria Schneider ist das Stück ein Glücksgriff, lautet das Festival-Motto in diesem Jahr doch „Mut und Demut“. Die Wirtschaftskrise habe gezeigt, was Mut ohne Demut anrichten kann, sagt Schneider.