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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Woody Guthrie – er war die Stimme des Volkes

23.09.2017

Oldenburg Sein bekanntester Song, „This Land Is My Land“, wurde zur inoffiziellen Nationalhymne der USA und ist eins von vielen seiner Lieder, die längst zur nationalen Folklore der USA zählen. Woody Guthrie jedoch, der diese Songs schrieb, war lange eine verdrängte Größe, weil sein soziales Engagement einen anderen amerikanischen Traum verfolgte als den eines hemmungslosen Ellbogenkapitalismus.

„Er singt die Lieder des Volkes“, sagte John Steinbeck über Guthrie, „und ich habe den Verdacht, er ist irgendwie dieses Volk. Woody hat nichts Liebliches an sich, auch seine Lieder nicht. Doch diejenigen, die ihm zuhören, werden etwas viel Wichtigeres darin finden: den Willen des Volkes, der Unterdrückung standzuhalten und gegen sie zu kämpfen. Dies ist, glaube ich, was wir mit American Spirit meinen.“

Und in der Tat entstammen viele Motive von Guthries Liedern dem gleichen Stoffkreis, aus dem der Nobelpreisträger Steinbeck seine gesellschaftskritischen Romane schuf: Der Überlebenskampf der Depravierten und Entwurzelten im Amerika der Großen Depression.

In den Dreißiger- und Vierzigerjahren entdeckte Guthrie die Folk-Ballade als Protestmedium, womit er Bob Dylan und unzähligen anderen Folk- und Rockmusikern den Weg bereitete.

Geboren 1912 in Oklahoma, begann der 18-Jährige nach dem frühen Tod seiner Eltern ein Wanderleben durch Texas und Louisiana, schlug sich als Zeitungsjunge, Schildermaler, Farmarbeiter und Straßensänger durch. Während der Großen Depression vagabundierte er als Hobo auf Güterzügen durchs Land, bis er 1937 nach Los Angeles kam, wo er erste Kontakte zum Rundfunk knüpfen konnte.

Seine politische Einstellung radikalisierte sich während der Dreißigerjahre. Da er es ablehnte, seine religiösen Überzeugungen aufzugeben, verweigerte ihm die amerikanische kommunistische Partei die Mitgliedschaft; dennoch arbeitete er als Kolumnist für eine kommunistische Zeitung.

Woody Guthrie Foto: Imago

Diese Aktivitäten machten ihn zwar bei den Behörden suspekt, doch waren seine antifaschistischen Lieder während des Zweiten Weltkriegs durchaus willkommen. Auf seiner Gitarre hatte er eine Aufschrift geklebt: „This Machine Kills Fascists“.

Von 1943 bis 1945 diente er in der Handelsmarine. Anfang der Fünfzigerjahre kam eine ererbte Nervenkrankheit bei ihm zum Ausbruch, die ihn für den Rest seines Lebens ans Krankenbett fesselte. Er starb, erst 55 Jahre alt, vor 50 Jahren am 3. Oktober 1967.

1943 erschien seine Autobiografie mit dem Titel „Bound For Glory“ (die 1976 mit David Carradine in der Rolle Guthries verfilmt wurde), eine mit fiktiven Momenten durchsetzte, balladeske Erzählung seiner Kindheit und Jugend und der Jahre als Eisenbahntramp.

Bob Dylan bezeichnete „Bound For Glory“ als das erste literarische Dokument der sogenannten Beat-Generation. Der Text besteht etwa zur Hälfte aus stark umgangssprachlich geprägten Dialogen, die allerdings in der deutschen Übersetzung von 1977 einigen Staub angesetzt haben. Dennoch handelt es sich um ein ebenso aufschlussreiches wie atmosphärisch dichtes Werk, das in seiner unprätentiösen Lakonie ein realistisches Bild Amerikas von unten zeichnet.

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