WORPSWEDE - Gut drei Jahre nach der Schließung wird die historische Große Kunstschau im niedersächsischen Worpswede an diesem Sonntag (10. Februar) wieder für Besucher geöffnet. Das Museum in dem Ort bei Bremen zeigt auf mehr als 450 Quadratmetern die Bilder von Malern wie Fritz Mackensen, Heinrich Vogeler und Otto Modersohn. Sie gehörten Ende des 19. Jahrhunderts zu den Gründern der Künstlerkolonie in Worpswede.

Die Sanierung des kreisrunden Ausstellungsgebäudes mit Nebenräumen hat 3,4 Millionen Euro gekostet, wie Karl-Heinz Marg, Kuratoriumsvorsitzender der Kulturstiftung Landkreis Osterholz, mitteilte.

Den Löwenanteil der Kosten habe die Klima- und Sicherheitstechnik verschlungen. Außerdem wurden das Mauerwerk saniert, der Holzfußboden erneuert, die historische Farbgebung der Räume wiederhergestellt, der Eingang verlegt sowie ein gläserner Verbindungsgang zum angegliederten Roselius-Museum gebaut.

Auch die an 22 Holzbalken aufgehängte Ziegelkuppel im runden Innenraum wurde erneuert. Die alten Balken waren verfault, so dass die Kuppel einzustürzen drohte.

Das war auch der Grund für die Schließung im Dezember 2004. Das denkmalgeschützte rote Ziegelsteingebäude gehört zu einem Ensemble. Der Bildhauer und Architekt Bernhard Hoetger hatte zwischen 1925 und 1927 mitten in Worpswede ein Gästehaus, das „Kaffee Worpswede“ und die Große Kunstschau geschaffen.

Heute zählt die Gruppe nach Angaben der Kulturstiftung zu den wichtigsten erhaltenen Beispielen des norddeutschen Expressionismus. Plastiken und Zeichnungen Hoetgers werden in einem kleinen Raum der Großen Kunstschau ausgestellt.

Der Bildhauer schuf neben dem Ensemble in Worpswede auch das Museum für Paula Modersohn-Becker in der Bremer Böttcherstraße.

Worpswede ist besonders bekannt durch die 1889 gegründete Künstlerkolonie Worpswede, eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft von Künstlern. Die Stipendiatenstätte Künstlerhäuser Worpswede gehört heute zu den größten der Bundesrepublik Deutschland.

Infos unter:

www.kulturstiftung-ohz.de