WüSTING - WÜSTING/SO - Seit 50 Jahren bekennen sich die Wüstinger öffentlich zu ihrem Glauben durch den Besuch der Gottesdienste in der Heilig-Geist-Kapelle. Am vergangenen Sonntag taten das besonders viele: 220 Menschen zwängten sich auf die Kirchenbänke und die Empore, Kinder nahmen mit Kissen auf dem Boden Platz. „Mit so vielen Leuten hatten wir nicht gerechnet“, gestand Pastor Gundolf Krauel. Unter den Ehrengästen waren auch Bürgermeister Axel Jahnz, Kreispfarrer Diedrich Jaedicke, der ehemalige Pastor Wolfgang Bordthäuser und die ehemalige Organistin Gertrud Brand. Grund für den Andrang war das Jubiläum der Kirche, die am 9. Dezember 1956 eingeweiht worden war.
Vor 50 Jahren hatte es zuvor noch einen Schlussgottesdienst in der Schule in Wüsting gegeben – dort hatten bis dahin die im 14-tägigen Wechsel mit Holle abgehaltenen Gottesdienste stattgefunden. Der Posaunenchor der ev. Kirchengemeinde Holle-Wüsting war damals beim Festumzug vorneweg marschiert – und auch am Sonntag sorgte die von Susanne Herzer geleitete Gruppe für den musikalischen Rahmen des Festgottesdienstes. Mit Liedern beteiligt waren der Frauenchor unter der Leitung von Erna Krohm sowie Freia Lankenaus Kinderchor. Eine besondere Rolle nahmen die jüngsten Sängerinnen und Sänger ein: Die von Andrea Lamm betreuten „Kirchenmäuse“ sangen „Tragt in die Welt nun ein Licht“, anschließend verteilten die Kindergarten-Kinder Teelichte an die Gemeinde.
Ihren Namen trägt die Heilig-Geist-Kapelle nicht von ungefähr: Der Geist Gottes – symbolisiert durch eine Taube, die Jesus aus dem Himmel den zwölf Jüngern hinab sendet – schwebt quasi über den Gottesdienst-Besuchern. Denn diese Szene stellt das von Hermann Oetken gestaltete Rundfenster über dem Altar dar.
Pastor Gundolf Krauel ermunterte die Gemeinde, die Botschaft des Symbols der Taube in ihre Herzen aufzunehmen. Er erinnerte daran, dass in der Kapelle schon unzählige Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Andachten gefeiert worden sind. Er erinnerte auch an seine Vorgänger Wolfgang Bordthäuser, Eckhard Dreyer, Albrecht Schauer, Harald Wilder und Hartmut Jacoby. Krauel dankte der ehemaligen Organistin Gertrud Brand, ihrem Nachfolger Andreas Barkowski und Küsterin Karoline Dießelberg, „der guten Seele des Gottesdienstes“, sowie Frieda Hespe und Mathilde Schütte, die vor Dießelberg dieses Amt ausgeführt hatten.
Die Kollekte des Gottesdienstes erbrachte 270 Euro für die Gemeindearbeit.
Das Jubiläum der Heilig-Geist-Kapelle soll im Frühjahr/Sommer mit einem Gemeindefest weiter gefeiert werden.
