WüSTING - „Willkommen zu unserer gemeinsamen Reise, querbeet durch Frankreich und Deutschland“ begrüßten die Musiker der Formation „Café Brunette“ am Freitagabend ihr Publikum im Studio Kunst und Landschaft. Das Bremer Musiker-Quartett war auf Einladung des Huder Kulturvereins Impuls e.V. zu Gast. Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Konzertes schlenderten diejenigen, die anspruchsvolle leichtfüßige Café-Musik dem Eröffnungsspiel der EM vorzogen, durch den sehenswerten, kunstvoll angelegten Garten von Insa Winkler und genossen den lauen Sommerabend.

Die meisten der Besucher kamen offenbar spontan und erwarben ihre Karten an der Abendkasse, so dass die Vereinsmitglieder alle Hände voll damit zu tun hatten, ausreichend Sitzgelegenheiten heran zu schaffen.

Mit mehr als 80 Zuhörern war das kleine Atelier dann auch bis auf den allerletzten Platz belegt. „Mit so einer guten Resonanz hatten wir nicht gerechnet“ freuten sich die Vorsitzenden Carola Thurow und Monika Rundel-Tegtmeyer.

Charmant und mit sichtlicher Freude präsentierte Café Brunette ein einzigartiges Klangerlebnis besonderer Güte. Mit einem Stück von Django Reinhardt „der Zigeuner an der Swing-Gitarre“ eröffneten die vier Musiker den musikalischen Reigen und spannten einen Bogen, der bei sanft gespielten Swingballaden begann, über leichtfüßige Musettewalzer hinwegtanzte und von temperamentvollen Jazzklassikern abgerundet wurde.

Was es da für das begeisterte Publikum zu hören gab, war nicht nur handgemachte, authentische Musik, sondern auch gelebte. Mit Herzblut und Wonne wurde gezupft, gestrichen und gefiedelt, mit Liebe durch bekannte Filmmelodien variiert und improvisiert, begnadet schmachtend am Montmartre Halt gemacht und immer wieder munter zum Tanze aufgespielt, so dass mancher Mühe hatte, die Füße still zu halten.

Humorvoll und ohne Scheu vor stilistischen Grenzen spannte das professionelle Ensemble bestehend aus Caspar Heinemannn (E-Gitarre), Thomas Krizsan (Akkordeon), Martin Henkel (Kontrabaß) und Christoph Teichmann (Violine) einen Bogen von den Wurzeln des europäischen Jazz bis in die Gegenwart. Zu spät gekommene Gäste nahmen auf Stühlen vor den geöffneten Fenstern Platz und genossen als Zaungäste das musikalische leichte „savoir-vivre“, welches sich durch die geöffneten Fenstern seinen Weg in die milde Nacht bahnte.